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Was wird aus der Gelsdorf-Hütte?
Nach Sturm „Friederike“ ist der Giebel des Industriedenkmals von Weißwasser eingestürzt. Wie es mit der Ruine nun weiter geht, ist bislang offen.

Von Christian Köhler
 



Vielen Weißwasseranern läuft beim Anblick der Gelsdorf-Hütte in der Forster Straße ein Schauer über den Rücken. Nicht nur, dass das Gebäude kurz davor ist, völlig in sich zusammenzufallen, auch ist überhaupt nicht klar, was mit Weißwassers ältestem Glaswerk passieren soll. Andreas Friebel (Klartext) hat sich nun während der Sitzung des Bau- und Wirtschaftsausschusses danach erkundigt, wie es weiter gehen soll. Baureferatsleiter Thomas Böse entgegnet: „Es ist schwierig, denn der Eigentümer ist nicht greifbar.“

Das Ordnungsamt habe den Besitzer bereits angeschrieben. Die Stadt hatte im Januar nach dem Sturm „Friederike“ Sicherungsmaßnahmen vorgenommen, deren Kosten sie nun vom Eigentümer erstattet haben möchte. Darüber hinaus, so berichtete der Bauamtsleiter, habe die Stadt nun eine Aussage über mögliche Altlasten auf dem Areal. Das hatte der Landkreis Görlitz untersuchen lassen. „Es sind keine Sofortmaßnahmen nötig“, so Böse. Er rechne damit, dass in der kommenden Woche der Kreis der Stadt mitteilt, was genau sich im Boden befinden. „Dann wissen wir, was es kosten würde“, so Thomas Böse, „wenn wir auf die Idee kämen, das Grundstück zu kaufen.“ Zu einem möglichen Abriss oder einer wie auch immer gearteten Sicherung der Bausubstanz wollte sich der Bauamtsleiter nicht äußern. Andreas Friebel hingegen wünscht sich, dass das Thema in einer künftigen Ausschusssitzung auf die Tagesordnung gesetzt wird. „Immerhin ist die Gelsdorf-Hütte ein Industriedenkmal.“

Tatsächlich lässt sich das 1873 als Tafelglaswerk errichtete Gebäude als „Keimzelle der Glasindustrie“ und damit der Stadtentwicklung von Weißwasser verstehen. Zwischen 1877 und 1951 diente die Gelsdorf-Hütte als Hohlglaswerk. Hier stand seinerzeit der von Siemens entwickelte Treppenrostgasgenerator. Von 1951 bis 1978 wurden hier Mundglasmacher ausgebildet. Heute ist die manuelle Glasherstellung immaterielles Kulturerbe.

Quelle: Sächsische Zeitung, Ausgabe Weißwasser, vom 16.03.2018


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Aktualisierung: 17.03.2018


 

Die Gelsdorf-Hütte in Weißwasser ist eine Ruine. Sie befindet sich nicht im Eigentum der Stadt. Nach dem Sturm im Januar ist der Giebel eingebrochen. Notdürftig stehen Bauzäune davor, um Passanten fernzuhalten, falls noch einmal Ziegel herunterstürzen.
© Ch. Köhler
 
 
 
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