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Ausdrucksstarke Zufallsprodukte
Holzbrandkeramik von Kathrin Najorka sorgt für Rekordbesuch im Glasmuseum

Von DANIEL PREIKSCHAT
 



Rund 100 Besucher hatte eine Ausstellungseröffnung im Glasmuseum Weißwasser seit Jahren nicht mehr. Jedes der 81 Gefäße, von der Krauschwitzer Keramikerin Kathrin Najorka vorgefertigt und in einem Brennofen japanischer Bauart vollendet, war für sich ein Blickfang. Die handgemachte Musik vom Polarkreis 18-Gitarristen Philipp Makolies alias Lestat Vermon passte gut dazu.

Für manch einen wirkte es wie ausgegraben, wie von Archäologen aus der Erde befreit, was seit Freitag in der Museumsvilla zu sehen ist. Gudrun Hirschmann aus Weißwasser zum Beispiel hatte diesen Eindruck, als sie mit Karola Petrick an den Vitrinen vorüberging. Sie wiederum fand noch etwas anderes beeindruckend: "Wer sich selbst einmal im Töpfern versucht hat, weiß, was für eine wahnsinnige Arbeit das macht."

Johannes Makolies, Weggefährte Kathrin Najorkas, hatte das in seiner Laudatio schon angedeutet. Fünf bis sieben Tage bringen die Gefäße im Ofen zu, der Temperaturen von mehr als 1000 Grad erzeugt und 20 Festmeter Holz einverleibt bekommen muss. Harte Schichtarbeit für die Kunsthandwerker, die zuvor schon Monate gebraucht haben, um Schalen, Tassen, Krüge und Flaschen zu formen.

Die Form der Holzbrandkeramik Kathrin Najorkas ist "eben nicht perfekt". Antje und Winfried Georgi aus Niesky spricht gerade das an. "Das erzeugt Spannung", so Winfried Georgi, mit seiner Frau Stammkunde der Krauschwitzerin. "Bei industriell gefertigter Ware hat man das ja gar nicht." Und dann diese eindrucksvollen Farben der Glasur. "Warm und erdig", findet Antje Georgi. Die sehr alt, fast archaisch wirkenden Muster und Farbstrukturen, die im Ofen entstehen, seien ja "rein zufällig". Vielleicht aber auch nicht und irgendwie schicksalhaft, so der Ehemann. Die Gefäße regen offenbar auch zum Nachdenken an.

Fast demütig bescheiden

Kathrin Najorka macht nur Gefäße. Da sei sie "konsequent" und erweise sich als "hervorragende Handwerkerin", für die das Töpfern eine Berufung ist, so Laudator Makolies. Die so Gelobte selbst hält sich zurück mit einer Beschreibung ihrer Produkte. Fast demütig bescheiden weist sie stattdessen auf die Grenzen ihres Handwerkens hin und betont die äußeren Faktoren. Beim Brennen könne sie ja nicht mehr tun, als immer nur weiter Holz nachzulegen. Welche Spuren es hinterlässt, bestimmten Asche, Hitze, Luft, Regen, Sturm, Besucher, Helfer, Gedanken, Wünsche, Sonne und Mond. Es sei ihr schwergefallen, aus der Schaffensperiode der letzten zwei Jahre die schönsten Stücke auszuwählen. Mindestens zehn Mal habe sie sich vorher den Ausstellungsraum angesehen, überlegt, in welcher Vitrine welches Gefäß stehen sollte.

Die Besucher, die sich am Freitag die Holzbrandkeramiken ansahen, kamen nicht nur ungewöhnlich zahlreich. Horst Fasold, neuer Vorsitzender des Fördervereins, freute sich auch über die vielen jungen Besucher. "Das hatten wir schon lange nicht mehr." Allerdings liege das sicher auch an dem Auftritt von Lestat Vermon und an dessen handgemachten Popsongs. Eigene Kompositionen, schlicht mit Gitarre und in Begleitung eines Keyboarders vorgetragen, hätten gut gepasst zur Ausstellungseröffnung. Bis zum Schluss seien die jungen Besucher geblieben. Wohl auch deshalb, weil die beiden Musiker im Anschluss noch eine zwanzigminütige Zugabe dranhängten.


Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, vom 16.09.2013


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Aktualisierung: 16.09.2013


 

Die eigenwilligen Farben und Muster zogen die Blicke an.
Foto: D. Preikschat