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 Glas-Design mit Wiedererkennungswert
Exponate geben Einblick in Lebenswerk von Horst Gramß  /  Rund 90 Besucher bei Ausstellungseröffnung

Von Daniel Preikschat


Mit mehr als 100 Exponaten aus den Siebziger und Achtziger Jahren gibt der mehrfach ausgezeichnete Weißwasseraner Glas-Designer Horst Gramß seit Freitag im Glasmuseum der Stadt Einblick in sein Schaffen. Die rund 90 Gäste erwiesen sich als ein sehr fachkundiges Publikum.

Als der Palast der Republik kurz nach der Wende ausgeräumt wurde, gehörte die von Horst Gramß entworfene Gläser-Ausstattung zu dem Inventar, das zuerst verschwand. Mit dieser Anekdote stimmte Hans Schaefer vom Förderverein des Weißwasseraner Glasmuseums in seiner Laudatio auf die Arbeiten von Horst Gramß ein.

Der 75-jährige Meister selbst stellte sich im Anschluss an die Rede Schaefers zwischen den Vitrinen den Fragen der Besucher. Dabei zeigte es sich, dass kaum einer der rund 90 Gäste völlig ahnungslos ins Weißwasseraner Glasmuseum gekommen war. »Viele der Serienprodukte kenne ich«, sagte eine Frau aus Weißwasser und fügte wehmütig an: »Heute ist ja die Vielfalt nicht mehr so groß.

Auch für Oberbürgermeister Torsten Pötzsch war das Flanieren durch die Ausstellung eine Reise in die eigene Vergangenheit: »Diesen Bowlensatz«, zeigte er auf eines der Ausstellungsstücke, »hatten wir zu Hause im Regal stehen.« Kein Wunder, waren doch Pötzschs Eltern in Weißwasser in der Glasindustrie beschäftigt.

Horst Gramß hat dem Museum den Großteil seiner guten Stücke anvertraut. Als Glas hinter Glas zogen die formschönen Gefäße für Wein, Bier, Bowle und Likör die Blicke der Besucher auf sich. Bauchig oder schlank, blau und rot gefärbt oder mit ornamenthaften Gravuren versehen, zeigten sie ein Stück DDR-Ästhetik, vielfach in Weißwasser kreiert und gefertigt. Beredtes Zeugnis für die herausragende Rolle von Weißwassers Glasbetrieben lieferte eben auch der Auftrag für die Erstausstattung der gastronomischen Betriebe im Palast der Republik. So stammten zum Beispiel die Palast-Kelche mit der schwungvoll aufs Glas gezogenen Gravur PR (Palast der Republik) aus der Oberlausitz.

Noch weiteres preisgekröntes Glas hat Gramß dem Museum überlassen. Kelche aus der Serie Marleen, Rosee und A. 1070, für die er und seine Mitarbeiter mit Goldmedaillen geehrt wurden. Auch wenn diese Gefäße nun in den Vitrinen glitzerten und bestaunt wurden, blieb Horst Gramß bescheiden: »Ich war nie ein Künstler, ich war ein Gestalter für die Produktion.« Ideen habe er entwickelt, diese dann aufgezeichnet und Schnitte angefertigt. Erst mithilfe anderer entstanden in Gemeinschaftsarbeit Gefäße, die heute wertvolle Raritäten und Sammlerstücke sind.

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Die Ausstellung zu Ehren des 75. Geburtstages von Horst Gramß ist bis zum 27. Februar im Glasmuseum zu sehen. Öffnungszeiten: Montag, Dienstag, Donnerstag von 8 bis 15 Uhr, Mittwoch von 8 bis 17 Uhr, Sonnabend von 13 bis 17 Uhr sowie Sonntag und an Feiertagen von 14 bis 17 Uhr. Mit der Ausstellung startet der Förderverein des Museums eine Schriftenreihe. Das erste Heft behandelt Werk und Leben von Gramß.



Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, vom 17.01.2011


© Förderverein Glasmuseum Weißwasser e.V.
E-Mail: info@glasmuseum-weisswasser.de
Aktualisierung: 17.01.2011


 

Viele der Ausstellungsstücke erkannten die Besucher wieder
Horst Gramß erläuterte den Besuchern seine Werke und stand für Fragen zur Verfügung
Fotos: D. Preikschat