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Denkmäler sind sanierungsbedürftig
Bericht der Kommission im Sozialausschuss / "Lebensfreude" könnte von Denkmalliste genommen werden
VON Christian Köhler


Während mehrere Kunstwerke in Weißwasser saniert werden sollen, schlägt der Leiter der Denkmalkommission Karl-Heinz Melcher vor, das eingelagerte Wandbild "Lebensfreude" von der Liste der Denkmäler in Weißwasser zu nehmen. Für diesen Vorschlag erntet er Zustimmung vom Sozialausschuss.
Denkmäler sind sanierungsbedürftig

"Wir sollten überlegen, das Wandbild Lebensfreude von der Denkmalliste der Stadt herunterzunehmen", regte der Vorsitzende der Denkmalkommission Karl-Heinz Melcher im Haushalts- und Sozialausschuss in Weißwasser an. Dort hatte er einen Sachstandsbericht im Namen der Kommission gegeben. Immerhin werde das nach dem Abriss der ehemaligen 5. Mittelschule seit gut fünf Jahren eingelagerte Bild nicht besser, sondern verwittere noch mehr. Das sah Stadtrat Hartmut Schirrock (Wir für Hier) ähnlich: "Für den Preis, den das Wiederaufstellen kosten würde, könnten wir es gleich neu machen", war er sich sicher. Weißwasser hatte für die Demontage und Einlagerung nach dem Abriss bisher etwa 23 000 Euro ausgegeben. Damals entschied sich der Stadtrat mehrheitlich – trotz Bedenken von einigen Stadträten – das Wandbild zu zerlegen und einzulagern.

Der Plan, es künftig am Schweren Berg im Zuge der Erweiterung der Waldeisenbahn Muskau aufzustellen, sei aufgrund des Vattenfall-Verkaufs unsicher. Das letzte Wort für die Zukunft des von Georgios Wlachopulos geschaffenen Fliesenbildes spricht jedoch die untere Denkmalbehörde des Landkreises. Nur sie kann das Denkmal von der Liste streichen.

Schwerpunkte für 2016

Karl-Heinz Melcher informierte den Ausschuss auch über die Schwerpunkte der Kommissionsarbeit in diesem Jahr. "Uns ist es gelungen, mehrere gravierte Fensterbilder an der ehemaligen Ingenieurschule zu sichern", erzählte er. Die Rettung sei "in letzter Sekunde" erfolgt. Leider seien von Unbekannte einige Scheiben eingeschmissen worden.

Direkt vor dem Gebäude hatten die Denkmalschützer auch die Skulptur der Arbeiter der Glasindustrie von Walter Bullert in Augenschein genommen und attestierten einen erhöhten Sanierungsbedarf.
Großer Investitionsbedarf

Gleiches gilt für die Glasmacher stele "Neuer Glasmacherbrunnen" am Boulevard, die 1981 von einem Magdeburger Künstlerkollektiv entworfen wurde. "Wir haben uns Gedanken zur Sanierung gemacht", erklärte Karl-Heinz Melcher den Ausschussmitgliedern. Immerhin fehlten zahlreiche Glassteine in dem Denkmal, die vor allem durch Vandalismus zerstört wurden. "Wir würden gern im oberen Bereich die Originalsteine einsetzen und im unteren Bereich Plastiksteine einbetonieren, damit den Zerstörern ihr Tun möglichst erschwert wird", beschreibt Melcher das Vorhaben. Es gehe darum, die Stele im Herzen der Stadt wieder in einen ordentlichen Zustand zu versetzen. Laut dem Vorsitzenden sei der Auftrag zur Sanierung von der Verwaltung bereits ausgelöst und werde noch in diesem Jahr in Angriff genommen.

Das gilt auch für die Holzfiguren, die den Boulevard und die Station Junger Naturforscher und Techniker in Weißwasser zieren. Diese sollen ebenfalls in diesem Jahr eine Erneuerung erfahren. Dazu soll es in den nächsten Wochen eine Vorortbesichtigung mit Künstler Gerd Hallaschk geben, der die Schöpfer der Holzfiguren vertritt.

Generell sei der Investitionsbedarf für diverse Denkmäler in Weißwasser hoch. "Allein es fehlt das Geld", konstatiert Karl-Heinz Melcher. Ob in Zeiten klammer Kassen mehr Geld in Denkmalsanierung fließt, bleibt ungewiss.

Gegenwärtig arbeite darüber hinaus Stadthistoriker Lutz Stucka an einer Dokumentation, wie Karl-Heinz Melcher berichtete. Dabei sollen alle Gebäude in Weißwasser erfasst werden, die unter Denkmalschutz stehen. "Die Arbeit ist sehr umfangreich und wird in zwei Teile aufgegliedert", beschreibt der Denkmalschützer die geplanten Veröffentlichungen dazu.

Auch in diesem Jahr soll der Tag des offenen Denkmals am 11. September in Weißwasser zelebriert werden. Dazu schlug Melcher vor, einmal in die ehemalige Glasfachschule zu gehen. "Im vergangenen Jahr hatten sich die Teilnehmer des Rundgangs geärgert, keinen Blick in die Räumlichkeiten werfen zu können", erzählte er. Der Rundgang durch die Telux mit Andreas Nelte habe zudem großen Anklang gefunden.


Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, vom 17.03.2016


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Aktualisierung:
19.03.2016


 

Kein schöner Anblick mehr: Die Stele "Neuer Glasmacherbrunnen" am Weißwasseraner Boulevard soll noch in diesem Jahr wieder instand gesetzt werden. Mehrere Glassteine wurden herausgebrochen.
Foto: Ch. Köhler