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 Rückläufige Gästezahl im Glasmuseum
 100 Jahre Bauhaus spielen auch im Glasmuseum Weißwasser 2019 eine Rolle

Martina Arlt


Die Leiterin sieht das Sommerwetter als Ursache für den Besucherrückgang. Fürs Bauhausjahr ist das Museum gut aufgestellt. Von Christian Köhler

Mit insgesamt 3021 Besuchern im Weißwasseraner Glasmuseum ist die Zahl der Gäste um 320 im Vergleich zu 2017 zurückgegangen. „Es ist für unsere Lage in Sachsen ein durchschnittliches Ergebnis“, erklärt Leiterin Elvira Rauch. Zudem habe der lange Sommer sicher auch dazu beigetragen, dass die Besucherzahl 2018 hinter den Erwartungen zurück geblieben ist. „Wir hören es leider auch oft, dass Gäste von auswärts uns berichten, dass viele Weißwasseraner nicht wissen, wo sich das Glasmuseum befindet“, konstatiert Elvira Rauch ernüchternd.

Grundsätzlich gilt es, da sei man sich mit dem Förderverein des Museums einig, am besten „zu zeigen, wie man Glas herstellt“, ist sich Elvira Rauch sicher. Der Plan, das Museum in die Telux zu verlegen und dort einen entsprechenden Ofen herzurichten, scheiterte allerdings. Auch sonst würde das Vorhaben jede Menge Geld verschlingen. Geld, was die Stadt Weißwasser derzeit nicht hat. „Deshalb müssen wir den Fokus des Museums nicht nur auf Geschichtliches legen, sondern verstärkt auch die heutige Zeit zeigen“, ist sich Christine Lehmann, Mitglied im Fördervereins, sicher. Sie weiß, dass die Mitglieder des Vereins einen hohen Altersdurchschnitt aufweisen, „aber dennoch ist ihre Arbeit unverzichtbar für den Fortbestand des Museums“, unterstreicht Elvira Rauch. Ohne die Expertise und das freiwillige Engagement nämlich würden Öffnungszeiten nicht abgesichert oder Anfragen von Museen deutschlandweit nicht beantwortet werden können. Wie Reiner Keller vom Verein berichtet, hatten die Mitglieder allein zur Einrichtung des Museums 40 000 Stunden aufgewendet, bevor die Gelsdorfvilla als Museum der Stadt 1996 übergeben werden konnte.

Unterdessen hatte 2018 einige Höhepunkte zu bieten. Dazu zählt sicher der internationale Museumstag, an dem sich das Museum in der Form beteiligte, als dass Besucher mit ihren Schätzen kommen und eine Bewertung ihres Glases vornehmen lassen konnten. Das soll im Mai diesen Jahres wegen der großen Resonanz wiederholt werden. Ferner haben zwei Sonderausstellung zum Thema „100 Jahre Arsall“ Besucher angelockt. „Das absolute Zugpferd in Sachen Tourismus ist zwar Bad Muskau, aber die Einführung der Gästekarte und die Kooperation mit dem Kurhotel in der Parkstadt funktionieren wunderbar“, resümiert Elvira Rauch. Denn vermehrt würden sich Besucher von Bad Muskau aus auf den Weg machen, Weißwasser zu erkunden. Und davon profitiert auch das Glasmuseum.

Das Jahr 2019 steht – wie überhaupt der Sommer in Weißwasser – ganz im Zeichen des Bauhausjubiläums. Die Eröffnungsveranstaltung zu „100 Jahre Bauhaus“ ist am Mittwoch in Berlin gewesen. Mit dem Thema „Bauhaus heute“ beschäftigt sich dagegen im März eine Ausstellung von Christine Lehmann im Weißwasseraner Museum. Die Kuratorin widmet sich darin dem Glasdesign aus Weißwasser von der Bauhaus- bis in die heutige Zeit. „Ausgehend von Wilhelm Wagenfeld gehe ich der Frage nach, wie seine Designidee noch heute umgesetzt wird“, erzählt sie. So werden auch Werke von Wagenfelds Schüler Friedrich Bundtzen gezeigt und es wird versucht, die Brücke zu Stölzle Lausitz zu schlagen. Immerhin feiert das Unternehmen in diesem Jahr seinen 130. Geburtstag in Weißwasser.

Im September ist vorgesehen, eine Ausstellung gemeinsam mit dem Landesamt für Archäologie Dresden auf den Weg zu bringen. Dr. Cornelia Rupp und Dr. Wolfgang Ender vom Landesamt zeigen unter dem Titel „Geschichte am Fluss – Fluss der Geschichte“ Fundstücke aus dem Tagebauvorfeld Nochten und vom Schöps. „Das ist eine hochwertige Ausstellung, die anhand der Geschichte des Schöps die Geschichte der Region vom Ende der Eiszeit erzählt“, so Christine Lehmann.

Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, vom 18.01.2019


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Aktualisierung: 21.01.2019


 

Christine Lehmann
Elvira Rauch
Fotos: M. Arlt