Lausitzer Glas? Glas aus Weißwasser?
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Der Umsatz bei Stölzle wächst
Der Glashersteller investiert in Gebäude und Technik, spricht aber weiterhin nicht über Geld.

Von Thomas Staudt
 



Woche für Woche sieht Stölzle Lausitz ein wenig anders aus. Der Glashersteller im Herzen von Weißwasser krempelt derzeit seine Produktion um. Die Umstrukturierung ist umfassend und ein positives Signal für die Sicherheit des Wirtschaftsstandorts Weißwasser. Umso erstaunlicher ist es, dass das Unternehmen zu den Investitionen bisher schweigt. Anfragen dazu bleiben unbeantwortet. Gut im siebenstelligen Bereich dürfte sich die Investition auf alle Fälle bewegen, weist der Geschäftsbericht allein 2013 – das Jahr markiert den Beginns der Umstrukturierungen, einen Zugang bei Bauten und Grundstücken von 500 000 Euro aus. Klar ist dagegen, dass der Umbau die Abläufe vereinfacht, für bessere Arbeitsbedingungen sorgt und mehr Platz schafft. Innerhalb des Betriebs profitieren die Mitarbeiter der Verpackung in besonderem Maße. Sie ziehen vom heißen ans kalte Ende der Produktionsstrecke. Ganz so reibungslos, wie geplant, gehen die Arbeiten allerdings nicht voran. Stölzle saniert zum Teil im Bestand. Da sind Überraschungen fast vorprogrammiert. Eigentlich sollten die Arbeiten schon viel weiter sein. So sollte mit dem Lager 2014 mindestens begonnen werden. Deshalb verzögert sich das Bauende.

Kernelemente der Maßnahme sind eine neue Lagereinheit und die Verlängerung der Produktionshalle. Meistern die Gläser auf dem Weg zur Verpackung bisher eine 180-Grad-Kurve, schließt sich die letzte Station vor dem Lager künftig in gerader Linie an. Vom Glasmuseum in der Forster Straße aus ist gut zu sehen, wie die Arbeiten voranschreiten. Als nächstes steht der Umzug der Dekorationsabteilung, inklusive Lager, an. Danach werden weitere ältere Gebäude fallen und endlich Platz machen für das Lager. Das vorübergehende Depot in dem weithin sichtbaren Mammutzelt ist dann Geschichte. Deutlich ablesbar sind die Anzeichen der Gesamtveränderungen bereits an der neuen Fassade des alten Wannengebäudes entlang der Berliner Straße. Bis auf Restarbeiten ist die Gestaltung schon seit geraumer Zeit abgeschlossen.

Stölzle ist spezialisiert auf Tischgläser. Vom Schnapsglas über den Bierkrug bis zur Sektflöte ist alles im Angebot. Den größten Anteil an der Produktion nehmen Stielgläser ein. 2013 macht das Unternehmen auf dem inländischen Markt allein damit einen Umsatz von über sechs Millionen Euro. Ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr um eine knappe Million. Der Anteil von Stielgläsern am Gesamtumsatz beträgt 70 Prozent. Verkauft wird vor allem an Geschäftskunden in der Gastronomie. Alljährlicher Pflichttermin fürs Marketing ist die gestern zu Ende gegangene Messe ProWein in Düsseldorf. Abgesehen von Europa liegen Hauptabsatzmärkte in den USA und in Asien. Nicht nur sie sind heiß umkämpft. Laut Insidern bewegt man sich in der Branche nicht in einem Wachstumsmarkt, sondern in einem Verdrängungswettbewerb.

Trotzdem kann das Unternehmen nach dem aktuellen Geschäftsbericht von 2013 zulegen. Stölzle steigert den Umsatz von 34 auf 37 Millionen Euro. Das Plus ist vor allem auf eine Absatzsteigerung im Ausland zurückzuführen. Damit ist das Unternehmen in doppeltem Sinn gewachsen, bei den Produktionsstätten und beim Umsatz. Wenn man so will, kommt noch ein Drittes hinzu: Auch die Mitarbeiterzahlen sind leicht angestiegen, von 332 in 2012 auf 345 im Folgejahr.

 

Quelle: Sächsische Zeitung, Ausgabe Weißwasser, vom 18.03.2015


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Aktualisierung: 20.03.2015
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Die schicke, neue Fassade an der Berliner Straße ist nicht umsonst zu haben. Wie tief Stölzle dafür in die Tasche greift, bleibt Betriebsgeheimnis.
Foto: A. Schulze