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Gläserner Ehrenbürger
Professor Wilhelm Wagenfeld ist in Weißwasser posthum geehrt worden. Seine Tochter lobt die Stadt und das Glasmuseum.

Von Rolf Ullmann

 


Weißwassers Stadtbibliothek ist naturgemäß ein Ort von Weisheit. Die Große Kreisstadt Weißwasser hat deshalb einen Urvater der Glaskunst genau hier besonders gewürdigt. Im Treppenhaus hängt das überlebensgroße Porträt von Professor Wilhelm Wagenfeld. Und es ist weise, einen der bekanntesten Glaskünstler im Jubiläumsjahr des Glasmuseums zu würdigen. Wagenfeld steht für unvergänglich schöne und zugleich praktische Glasformen, seinem Wirken ist es in erheblichem Maße zu verdanken, dass Weißwasser als Glasmacherstadt bekannt ist.

Auch Oberbürgermeister Torsten Pötzsch betont bei der würdevollen Feier die Bedeutung des Glas-Professors. „Es ist ein bewegender Moment für die Stadt Weißwasser, wenn wir heute die Ehrenbürgerschaft an Professor Wilhelm Wagenfeld verleihen und damit seine außergewöhnlichen Leistungen würdigen.“Er habe als künstlerischer Leiter der Vereinigten Lausitzer Glaswerke den Ruf der Stadt entscheidend und positiv geprägt. „Es war für alle ein Glücksfall ihn in unserer Mitte gehabt zu haben“, so der Oberbürgermeister.

Professor Wilhelm Wagenfeld bezeichnete in seinen Memoiren die elf Jahre zwischen 1935 und 1946 in Weißwasser als die wohl schönste Zeit in seinem Leben. Nach dem geehrten Joseph Schweig trägt nun auch der Professor posthum den Titel des Ehrenbürgers der Stadt. Beide Personen der Zeitgeschichte leisteten einen entscheidenden Beitrag dafür, dass Glas mehr als nur ein Werkstoff für die Stadt wurde.

Dr. Julia Bulk, die Geschäftsführerin der Wilhelm-Wagenfeld-Stiftung in Bremen verdeutlichte die enge Verbindung der beiden Elemente Glas und Wasser. Sie spiegeln sich sowohl im Namen als auch im Stadtwappen der Glasmacherstadt wider. Mit dabei ist an diesem Tag die Tochter des berühmten Professors, Dr. Meike Noll-Wagenfeld. Die Ehrenbürgerurkunde finde künftig ihren Platz in der Sammlung der Stiftung in Bremen, so die Stiftungs-Chefin. Meike Noll-Wagenfeld dankte in bewegenden Worten für die hohe Ehrung für das Wirken ihres Vaters, der als ein Wegbereiter des industriellen Produktdesigns gilt.

Die neue Sonderausstellung, die alle Gäste im Anschluss an die Festveranstaltung im Glasmuseum besuchten, erinnert mit über 100 Exponaten noch bis zum 15. November 2016 an das Schaffen des Ehrenbürgers. Jochen Exner, Mitbegründer des Fördervereins Glasmuseum Weißwasser, kuratierte diese Sonderausstellung federführend. Dabei konnte er sich erneut auf die Unterstützung der Mitglieder des Fördervereins stützen, der jetzt sein 20-jähriges Jubiläum feiert. Mit der Eröffnung des Glasmuseums am 3. Juni 1996 schufen die Initiatoren ein wichtiges Identitätsmerkmal der Stadt, so die Laudatoren. Hans-Dieter Marschner, Jochen Exner und Wolfgang Hoyer sind federführend, wenn es gilt, das kulturelle Erbe der Stadt durch die Bewahrung sowie die Aufarbeitung der reichen Traditionen der Glasherstellung hochzuhalten. Über 40.000 Stunden freiwilliger, ehrenamtlicher Arbeit haben die Mitglieder des Fördervereins bis zur Eröffnung des Museums geleistet – um die Geschichte der Stadt würdig zu präsentieren. Das Besondere dabei: Neben den 200 Exponaten der Dauerausstellung lohnt ein Besuch immer wieder, weil im Haus auch die hinzukommenden Dokumente und Ausstellungsobjekte zugleich neue und spannende Zeugnisse der Geschichte darstellen und den Besuchern präsentiert werden. Dieses Engagement ist nun mit den Ehrenurkunden der Stadt ebenfalls gewürdigt worden.

Quelle: Sächsische Zeitung, Ausgabe Weißwasser, vom 18.04.2016


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E-Mail: info@glasmuseum-weisswasser.de
Aktualisierung:
19.04.2016


 

Dr. Meike Noll-Wagenfeld, die Tochter des Professors Wagenfeld nahm am Freitagabend die Ehrenurkunde über die Verleihung der Ehrenbürgerschaft der Stadt Weißwasser aus den Händen von Oberbürgermeister Torsten Pötzsch entgegen
Die Exponate der neuen Sonderausstellung befinden sich im Erdgeschoss des Glasmuseums
Hans-Dieter Marschner, Jochen Exner und Wolfgang Hoyer werden mit der Ehrenurkunde der Stadt geehrt
Fotos: R. Ullmann