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Amerikaner und Asiaten scharf auf Stölzle-Gläser
330-Mann-Unternehmen verzeichnet seit Jahren Umsatzplus / Warenlager in Weißwasser wird ausgebaut

Von Daniel Preikschat

 



Eine deutliche Steigerung beim Trink- und Stielgläser-Absatz zwingt die Stölzle Lausitz GmbH, die Lagerkapazitäten zu erweitern. Auf dem Firmenareal in Weißwasser wird abgerissen, saniert und neu gebaut. Bis 2015 sollen die Arbeiten erledigt sein.

Ohne es zu wollen, signalisiert Stölzle Lausitz schon seit Wochen unübersehbar, dass es dem Unternehmen gut geht. Der Rückbau dreier alter Schornsteine im März dieses Jahres ebenso wie derzeit der Bau eines großen Industriezeltes mit Stahlskelett-Konstruktion an der Berliner Straße sind Ausdruck nicht mehr ausreichender Lagerkapazität, wie Deutschland-Vertriebschef Klaus Völkner auf RUNDSCHAU-Nachfrage bestätigt.

Dabei ist das Zelt nur ein Provisorium. Bis Ende nächsten Jahres voraussichtlich diene es als Hauptlager, so Völkner. Denn das bisherige Lager im ehemaligen Wannengebäude Richtung Bahnhof sei zu klein geworden und werde durch ein neues ersetzt, das deutlich größer sein wird. Für Abriss und Neubau veranschlagt das Unternehmen eineinhalb Jahre. So lange müsse ein Ausweichplatz her. Um den zu erschließen, wurde auf dem Betriebsareal eine Asphaltstraße gebaut. Die Schornsteine, so Völkner, standen im Weg und mussten weichen. Irgendwann hätte das eh passieren müssen.

Das Stahlskelett des provisorischen Hauptlagers steht bereits. Die beiden Nebenlager brauche Stölzle auch künftig, so der Vertriebschef weiter. Zum einen ist das die Ratiohalle, die das Unternehmen dem Eigentümer der Saschowa-Wiese abgekauft und saniert hat, zum anderen ein zweites Wannengebäude außer Betrieb in der Berliner Straße. Es biete, wie Völkner zugibt, keinen schönen Anblick, sei aber unentbehrlich. "Wir werden es sanieren und aufhübschen." Sämtliche Baumaßnahmen sollen 2015 erledigt sein. Wie viel das kosten wird, stehe noch nicht fest. So gebe es zum Beispiel noch keine Kostenschätzung für die Wannengebäude-Sanierung.

Grund für den ganzen Aufwand ist die stark gestiegene Nachfrage in den USA und Fernost, erklärt Völkner. Der Hotelbau-Boom in Asien wirke sich dabei ebenso günstig aus wie die Zusammenarbeit mit neuen Vertriebspartnern und der gute Ruf von Gläsern deutscher Produktion in der dortigen Gastronomie. Sie gelten als optisch ansprechend und selbst die Stielgläser auch als äußert robust. Was vor allem daran liege, so Völkner, dass sie aus einem Stück sind. Stölzle verfüge in Weißwasser über die dafür notwendige Technik. Sicher ein Plus gegenüber vielen Konkurrenten, ist Völkner sicher.

Nummer zwei in Deutschland

Um den Bedarf zu befriedigen, baute Stölzle in Weißwasser 2010 eine vierte Produktionsstraße. Bis zu 40 Millionen Trink- und Stielgläser jährlich können seither theoretisch produziert werden. Etwa 35 bis 37 Millionen Gläser, so der Vertriebschef, wurden im vorigen Jahr verkauft. Daraus ergab sich ein Umsatz von 36 Millionen Euro. "Damit sind wir die Nummer zwei in Deutschland hinter einem bayerischen Hersteller." Völkner rechnet damit, dass man noch etwas zulegen könne. Auch, was die Zahl der Mitarbeiter betreffe. 2005, als er in Weißwasser anfing, waren es noch 250, heute sind es 330.

Bis 1991 waren die "Lausitzer Glaswerke" die größte Glashütte der DDR mit bis zu 4000 Mitarbeitern. Nach der Wende wurden sie privatisiert und 1996 von der Stölzle-Oberglas AG übernommen. Heute gehören Stölzle Lausitz in Weißwasser und Stölzle-Oberglas zu der Unternehmensgruppe der CAG Holding GmbH.

Rund 70 Prozent der in Weißwasser gefertigten Gläser werden nach Unternehmensangaben ins Ausland exportiert, dort mittlerweile vornehmlich nach Asien und in die USA. In den von der Finanzkrise gebeutelten südeuropäischen Ländern indes ging der Verkauf zurück.


Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, vom 18.07.2013


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Aktualisierung: 20.07.2013


 

Sindy Rentsch vom Stölzle-Marketing zeigt Trink- und Stielglas. Die Produkte gelten als robust und optisch ansprechend.
In Weißwasser können Stielgläser aus einem Stück gefertigt werden.
Das Stahlskelett des provisorischen Hauptlagers steht bereits
Fotos: D. Preikschat/Stölzle Lausitz GmbH