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„Ich bin ein Glasfanatiker“

Von Thomas Staudt


Heinz Schade verleiht Bleiglas den letzten Schliff. Das Glasmuseum widmet ihm zum 75. Geburtstag eine Einzelausstellung.

Er hätte als Profi in Berlin Eishockey spielen können. Damals in den 50er Jahren. Doch Heinz Schade blieb seiner Heimatstadt treu, stand unter anderem mit Klaus Hirche für Weißwasser auf dem Eis und setzte die Glasmachertradition seiner Familie fort. Sein Metier wurde die Glasschleiferei. Mit ruhiger Hand und sicherem Auge schuf er in 47 Berufsjahren Werke, die ihresgleichen suchen. Schalen, Vasen oder Pokale bearbeitete er nach eigenen Entwürfen. Meisterschaft erlangte er im so genannten Diatretschliff. Aus dickwandigem Bleiglas werden dabei Motive so herausgeschliffen, dass sie sich wie ein Netz um den Glaskörper legen. 300 Arbeitsstunden und mehr stecken in einem solchen Stück. 15 dieser Unikate hat Heinz Schade bisher geschaffen. Im Osten der Republik ist er der Einzige, der die Technik, die bis auf die Römer zurückgeht, noch beherrscht. Weltweit soll es nur fünf Diatretglasschleifer geben.

Seine Faszination für Glas wurde ihm quasi in die Wiege gelegt. Sein Vater arbeitete als Kelchglasmacher, bei seinem Onkel hat er teilweise gelernt. „Ich bin ein Glasfanatiker“, sagt Heinz Schade von sich selbst und geht seiner Leidenschaft auch nach seiner Pensionierung in der privaten Werkstatt weiter nach. Vor seinem Gestaltungswillen sind auch die Büsche und Sträucher im Garten nicht sicher. Eiben, Buchsbäumchen und Kirschlorbeer schneidet Schade zu Vögeln, Kugeln oder zwielichtigen Gestalten.

Das Glasmuseum Weißwasser zeigt in seiner Sammlung einige Leihgaben aus Schades Besitz. Zu seinem kurz bevorstehenden 75. Geburtstag richtet ihm die Weißwasseraner Institution nun eine Einzelausstellung aus. Sie vereint rund 60 Werke aus allen Schaffensphasen und zeigt alle Diatretgläser.

Heinz Schade, Personalausstellung im Glasmuseum Weißwasser, bis 14. November.

Quelle: Sächsische Zeitung, Ausgabe Weißwasser, vom 18.09.2010


© Förderverein Glasmuseum Weißwasser e.V.
E-Mail: info@glasmuseum-weisswasser.de
Aktualisierung: 18.09.2010


 

Heinz Schade feiert dieses Jahr sein 60. Berufsjubiläum. Außerdem wird er in Kürze 75. Grund genug für einen umfassenden Rückblick auf Leben und Werk des passionierten Glasschleifers. Das Glasmuseum Weißwasser widmet ihm nun eine Einzelausstellung. Dort ist auch diese meisterhafte Schale zu sehen. 
Foto.: J. Rehle