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Drei Millionen Euro für Weißwasser
Efre spült Millionen aus Brüssel nach Weißwasser. Aber ein Wunschkonzert ist das Förderprogramm nicht. Die wichtigsten Projekte im Überblick.

VON THOMAS STAUDT


Am Montag überreichte Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) einen Förderbescheid über knapp drei Millionen Euro an Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext). Die Mittel stammen aus dem Europäischen Fond für regionale Entwicklung (Efre) und sollen in Infrastrukturmaßnahmen im Stadtzentrum fließen. Was sich nach Beamtendeutsch anhört, ist ein echter Impuls für die weitere Entwicklung der Stadt.

Bahnhofsbrücke: Zwei Überwege entschärfen Gefahrenstelle

Die Brücke zerschneidet das Zentrum der Stadt in zwei Hälften. Die Bürgersteige links und rechts verengen die Fahrbahn. Deshalb sollen zwei von der Hauptbrücke getrennte Fußgängerbrücken gebaut werden. Sie würden eine sichere Querung für Fußgänger und Radfahrer ermöglichen und gleichzeitig die verkehrliche Engstelle entschärfen.

Bahnhof: Raus aus dem Zug und nix wie rein ins E-Auto

Am Turm am Schweren Berg und am Markt gibt es bereits Elektroladestationen für E-Bikes und E-Autos. Drei weitere sollen hinzukommen. Alle an Standorten mit hoher touristischer und verkehrlicher Bedeutung: am Bahnhof Weißwasser für Pendler, am Museumsbahnhof der Waldeisenbahn für Besucher und am Tierpark beziehungsweise am Jahnbad – dort gibt es auch einen Wohnmobilstandort. Alle können selbstverständlich von Radtouristen genutzt werden. Am Bahnhof wird zusätzlich eine E-Bike-Verleih Station eingerichtet. Am Bahnhof der Waldeisenbahn soll zusätzlich ein zentraler Veranstaltungsbereich geschaffen werden. Nicht nur diese Bereiche würden von einer Erneuerung der öffentlichen Beleuchtung durch die Umstellung auf LED-Technik profitieren.

Radweg Badeseetour: Tierpark, Bahnhof und Waldeisenbahn werden vernetzt

Zwei Fuß- und Radwege, einer zwischen Teichstraße und Muskauer Straße (B156) der andere im Jahnpark, schließen Lücken im Radwegenetz und vernetzt Tierpark, Jahnbad, Bahnhof Waldeisenbahn und die Sportanlage Turnerheim. Das ist gut für Touristen, aber auch für die Weißwasseraner. Durch eine Erweiterung des Jahnparks in östliche Richtung wird zudem eine direkte Verbindung zum Stadtzentrum geschaffen. Der Bahnhof der Waldeisenbahn soll in diese Erweiterung einbezogen, vorhandene Brachflächen beräumt und aufgewertet werden.

Gelsdorfhütte: Aus einer alten Ruine wird ein modernes Freilichtmuseum

Das letzte bauliche Zeugnis der Anfänge der Glasindustrie in Weißwasser soll gerettet – mehr noch – saniert werden. Noch original erhaltene Produktionsanlagen sollen als Freilichtmuseum in die Ausstellung des Weißwasseraner Glasmuseums einbezogen werden. Andere Städte haben eine Burg als Ausgangspunkt ihrer Stadtwerdung, Weißwasser eine Fabrik, sagt Holger Schmidt, Professor für Stadtentwicklung an der TU Kaiserslautern.

Neufert-Bau: Der Vater modernen Bauens erhält einen Info-Punkt

Das Speichergebäude im Bauhausstil wird saniert und erhält einen touristischen Informationspunkt. Hier erfahren Besucher alles über den Schöpfer des Gebäudes, den Architekten Ernst Neufert, und auch über die Bauten der Moderne in der Region sowie über den Unesco-Geopark Muskauer Faltenbogen.

Kita Ulja: Fernwärme, nicht nur für die Kindergartenkinder

Das Versorgungsgebiet Fernwärme wird in Richtung Friedrich-Fröbel-Straße erweitert. Davon profitiert auch das neue Wohngebiet Allbau/Ziegelei. Die Kita Ulja erhält zusätzlich ein neues Heizsystem.

Der große Rest: Vom City-Management bis zum Glasmuseum

Viele kleinere Maßnahmen ergänzen den großen Plan: Die Muskauer und die Bautzener Straße und der Boulevard erhalten ein City- und Geschäftsstraßenmanagement. Kleine und mittelständische Unternehmen werden in ihrer Entwicklung unterstützt. Das Glasmuseum wird barrierefrei. Das Wohnumfeld wird an vielen Stellen in der Stadt an die Bedürfnisse für Menschen mit Behinderung angepasst, etwa durch taktile Markierungen oder ergänzende Beschriftungen mit Braille- oder Reliefschrift.

Quelle: Sächsische Zeitung, Ausgabe Weißwasser, vom 18.12.2015


© Förderverein Glasmuseum Weißwasser e.V.
E-Mail: info@glasmuseum-weisswasser.de
Aktualisierung: 19.12.2015


 

Bahnhof, Turmcafé, Alte Post: Dieser Blick bietet sich von der Bahnhofsbrücke aus. Künftig können ihn Fußgänger noch entspannter und geschützt genießen.
Foto: A. Schulze