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Ein Urgestein der Weißwasseraner Glasindustrie
Hans Schaefer feiert 80. Geburtstag / 26 Jahre Dozent an der ehemaligen Ingenieurschule

VON INGOLF TSCHÄTSCH


Am heutigen 19. September feiert ein Pionier der Weißwasseraner Glasindustrie seinen 80. Geburtstag – Hans Schaefer. "Er gehört zum Urgestein unseres Fördervereins Glasmuseum Weißwasser und ist Mitglied im Vorstand.

Langjährig leitet er die Arbeitsgemeinschaft Technologie und ist Laudator bei allen unseren Veranstaltungen. Ebenso kann er zum Urgestein der ehemaligen Ingenieurschule für Glastechnik in Weißwasser gezählt werden, wo er 26 Jahre als Dozent tätig war", erzählt Reiner Keller, der ebenfalls im Vorstand sitzt.

Seine Weggefährten vom Förderverein bezeichnen den Jubilar als außergewöhnlichen Fachmann und exzellenten Redner. So spricht Namensvetter Manfred Schäfer beispielsweise davon, dass es bis heute keinen Besseren gibt, der auch mit Witz und Humor eine Sache angeht und auch zu Ende führt. Dieser Schäfer kennt den anderen Schaefer nur zu gut, war er doch selbst sein Schüler an der früheren Glasfachschule, viele Jahre Leiter der Glasgestaltung im Kombinat Lausitzer Glas und Verantwortlicher im Produktionsbereich.

Am 1. September 1953 begann Hans Schaefer seine Tätigkeit im VEB Oberlausitzer Glaswerke, schreibt Manfred Schäfer in einer Biografie über den heute 80-Jährigen, in der er dessen Lebensleistung würdigt. Durch seine gute Arbeit sei er zum Studium an der Ingenieurschule in Weißwasser delegiert worden, dass er 1957 mit der Note "sehr gut" abschloss. Danach hätten sich ihm neue berufliche Wege eröffnet: Hochschulstudium an der Bergakademie Freiberg und Wärme-Ingenieur am Institut für Glastechnik in Coswig bei Dresden. Damit verbunden sei eine Vielzahl von Reisen quer durch die Lande gewesen. "Er lernte praktische alle Glasbetriebe der DDR kennen", schreibt der Autor weiter.

Seine Arbeit mit sichtbaren Erfolgen in den Glasbetrieben hatte Hans Schaefer bei Fachleuten und Vorgesetzten bekannt gemacht. Daraus resultierend, folgte ein markanter Wendepunkt in seiner beruflichen Laufbahn: Er wurde als Mitglied in die Expertenkommission Glas/Keramik des damaligen Rates für gegenseige Wirtschaftshilfe (RGW) berufen und bereiste die Länder des Ostblocks. Seine dabei gesammelten vielen wertvollen Informationen seien auch den Studenten der Ingenieurschule in Weißwasser nützlich gewesen, denen Schaefer als Dozent auf die Beine half.

Übrigens: Von seiner Diplomarbeit zum Abschluss seines Fernstudiums in Freiberg habe später das Leuchtstoff-Röhrenwerk Brand-Erbisdorf profitiert, wie Manfred Schäfer erinnert. Auch als Verfechter des guten Geschmacks sei sein Namensvetter bekannt und erzählt die Geschichte von der Butterdose aus Metall mit Glasdeckel. Sie sei vom bekannten Designer Prof. Wilhelm Wagenfeld entworfen worden. Hans Schaefer habe das Stück auch für seinen Unterricht genutzt, um den Studenten "Schönes zu zeigen". Die Schulleitung habe das nicht so gut gefunden, weil Wagenfeld beim Klassenfeind in Lohn und Brot stand.

Der Förderverein widmet dem Jubilar ein Büchlein.
 

Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, vom 19.09.2015


© Förderverein Glasmuseum Weißwasser e.V.
E-Mail: info@glasmuseum-weisswasser.de
Aktualisierung: 19.09.2015


 

Hans Schaefer.
Foto: G. Nitsche