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Wagenfeld als Vorbild
Hans Schaefer verleiht dem Förderverein des Glasmuseums Weißwasser eine Stimme. Am heutigen Sonnabend wird er 80.


VON Thomas Staudt und Manfred Schäfer


Wenn einer was zu sagen hat, dann ist es Hans Schaefer. Im Förderverein des Glasmuseums Weißwasser spricht er bei allen Veranstaltungen. Der „Laudator generalissimus“ formuliert klar und deutlich, und das kommt an. Immer wieder. Seine Lebensleistung und seine Verdienste um die Glasherstellung, insbesondere die Weißwassers, seien ohnegleichen, sagen seine Mitstreiter. „Er gehört zum Urgestein unseres Vereins“, sagt Reiner Keller. Noch heute ist er Mitglied im Vorstand.

Tatsächlich hat sich Schaefer sein ganzes Leben mit der Glasherstellung beschäftigt. Nachdem ihm nach dem Abitur an der Oberschule Weißwasser eine Hochschullaufbahn verwehrt wird, tritt er 1953 eine Ausbildung im VEB Oberlausitzer Glaswerke an, wird Gemengemacher, arbeitet an der Generatorenanlage und im Labor. Sein Fleiß sichert ihm eine Delegierung an die Ingenieurschule für Glastechnik. Wilhelm Wagenfeld wird sein „Spiritus rector“. Er bewundert dessen Sinn für die einfache, die schöne Form. Über Umwege kommt Schaefer doch an akademische Weihen. Er beginnt ein Fernstudium an der Bergakademie Freiberg. Parallel arbeitet er als Wärmeingenieur am Institut für Glastechnik in Coswig. In dieser Zeit beginnt er an der Betriebsakademie „Glas“ in Dresden zu unterrichten. Der Direktorenposten am VEB Glasinvest Radebeul bleibt ihm mangels Parteibuch verwehrt. Stattdessen wird er Dozent an der Ingenieurschule Weißwasser und bleibt es, was damals keiner ahnt, über 26 Jahre hinweg. Seine Lehrleistung ist unbestritten. Doch nimmt ihm die Obrigkeit damals krumm, dass er ausgerechnet eine Butterdose von Wagenfeld – der längst zum Klassenfeind übergewechselt war – als Anschauungsobjekt im Unterricht nutzt.

Weißwasser ist de facto Schaefers zweite Heimat. Geboren ist er in Naumburg am Queis (Kreis Bunzlau) in Schlesien. Nach dem Krieg landet die Familie in Trebendorf. Heute ist Hans Schaefer Weißwasseraner, Ehemann, Vater und Großvater. Trotz der ein Leben umspannenden Faszination für Glas hat er Zeit für weitere Hobbys. „Ich bin leidenschaftlicher Eisenbahnfan und -nutzer, außerdem lese ich gern“, bekennt er freimütig. Seinen 80. Geburtstag begeht er im Kreis der Familie. Bleibt bei einem so erfüllten Leben noch Zeit für die Vergangenheit? „Ich kann nicht sagen, woran ich mich am liebsten erinnere. Gern denke ich an Oberschulrektor Wenke. Seine Fehlformulierungen waren damals als Wenkiaden berüchtigt. Er konnte zum Beispiel sagen: Damit treffen Sie den Nagel, ich möchte sagen, auf den – Kern.“

Quelle: Sächsische Zeitung, Ausgabe Weißwasser, vom 19.09.2015


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Aktualisierung: 19.09.2015


 

Alles Gute zum Geburtstag, Hans Schaefer! Der verdienstvolle Dozent der Ingenieurschule Weißwasser wird am heutigen Sonnabend 80 Jahre alt.
Foto: Schulze, A.