Lausitzer Glas? Glas aus Weißwasser?
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Ein Prost auf das Weinglas
Eine neue Ausstellung lockt ins Weißwasseraner Museum
 



"Weingläser aus vier Jahrhunderten" lautet der Titel einer neuen Ausstellung im Glasmuseum Weißwasser. Die Schau ist am Wochenende eröffnet worden.

Nun mag mancher denken, dass ein Weinglas dem anderen gleiche. Und hauptsächlich komme es doch auf den Inhalt an. Das sei nicht ganz richtig, räumt Christian Jentsch mit diesem offenbar weit verbreiteten Vorurteil auf. Jedes Glas habe schließlich seine eigene Form, ebenso seine Geschichte. Zumindest in der Ausstellung gleiche kein Exemplar seinem Nachbarn. Da finden sich fein geschliffene Gläser. Bemalt und unbemalt. Mit Wappen. Oder mit Monogrammen. Manche farbig. Andere klar. Aus welchem Glas der Wein nun am besten mundet, kann auch Prof. Jentsch nicht beantworten. Schließlich gebe es mindestens genauso viele verschiedene Gläser wie Rebensäfte.

Die Besucher erfahren, dass mindestens zwei Exponate in Weißwasser hergestellt wurden. Beispielsweise ein zeitlos formschönes Glas aus der Mitte der 1930er-Jahre, von Designer Professor Wilhelm Wagenfeld entworfen. Und die in Weißwasser ansässige Gelsdorf-Hütte bot Gläser mit Stern- und Kugelschliff feil. Die Zuordnung alter Exponate zu ihren Herkunftsorten sei mitunter alles andere als einfach, weiß Christian Jentsch. "Wir sind alle nicht bei der Entstehung dabei gewesen." Meist bleibe nur ein historischer Firmenkatalog der vermuteten Glashütte, um Gewissheit zu erlangen.

Es ist erst rund 200 Jahre her, als das Trinken aus Gläsern, ganz gleich ob Wasser oder Wein, Adligen und reichen Kaufleuten vorbehalten war. Der Besitz eines oder mehrerer Gläser galt damals als Statussymbol. Erst im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden Trinkgläser zu Gebrauchsgegenständen für jedermann. "Dieses Thema ist bislang wenig erforscht", weiß Jentsch, der von Hause aus Chemiker ist. Daher seien weitere Recherchen auf diesem Gebiet vielversprechend. Auch sei sich der begnadete Sammler, der den Gesamtinhalt seiner eigenen Sammlung auf rund 700 bis 800 Exemplare schätzt, längst nicht bei allen Exponaten ihrer Herkunft zu 100 Prozent sicher. "Wenn mir jemand entsprechende Hinweise geben würde, bin ich sehr dankbar", lädt der Fachmann zur Diskussion ein. Die Besucher sind indes begeistert. Beispielsweise Margitta Schicht: "Die Ausstellung hat einen sehr hohen Qualitätsstandard. Diese große Bandbreite, diese Vielseitigkeit: einfach beeindruckend", resümiert die ehemalige Weißwasseranerin, die in Döbern lebt.

Die "Weingläser aus vier Jahrhunderten" sind bis zum 23. Juli im Glasmuseum zu sehen. Bereits am 24. März, so kündigt Elvira Rauch an, öffnet eine neue Ausstellung des Weißwasseraner Glasdesigners Manfred Schäfer ihre Pforten. Der Grund: Schäfer feiert ebenfalls 80. Geburtstag.


Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, vom 20.2.2017


© Förderverein Glasmuseum Weißwasser e.V.
E-Mail:
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Aktualisierung:
20.02.2017


 

Der Lübecker Experte Prof. Christian Jentsch präsentiert aus seiner Sammlung rund 100 Exponate.
Foto: amz1