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In Industriegeschichte "Weltklasse"
Museumsbund-Vorsitzender sieht Weißwasser in der Pflicht, sein großes Erbe zu pflegen

VON DANIEL PREIKSCHAT


Ein Superlativ verpflichtet – diese Botschaft hat der Vorsitzende des sächsischen Museumsbundes, Friedrich Reichert, der Stadt Weißwasser kürzlich bei der Jahrestagung des Museumsbundes vermittelt. Dabei verglich der Diplom-Historiker das historische Erbe Weißwassers in seiner Wertigkeit mit dem Eishockey-Sport.

Freunde und Förderer des Eishockey-Sports in Weißwasser werden es nicht unbedingt gern gehört haben. Im Eishockey, sagte Museumsbund-Vorsitzender Friedrich Reichert im Telux-Speisesaal, spiele Weißwasser in der 2. Bundesliga. In der Industriegeschichte hingegen rangiere die Stadt in der "Weltklasse". Dabei erinnerte der Dresdner Diplom-Historiker daran, dass Weißwasser um 1900 weltgrößter Standort der Glasindustrie war. Elf Glashütten, fünf Glasraffinerien, eine Spiegel- und eine Glasschablonenfabrik waren damals in Betrieb.

Mit diesem "Superlativ", sagte Reichert auf RUNDSCHAU-Nachfrage, habe die Stadt umzugehen. Sie könne dieses Erbe nicht ausschlagen. Während sich im Sport, auch beim Eishockey, Erfolg und Misserfolg oft sehr schnell einstellen, bedarf es bei der Geschichtspflege allerdings eines langen Atems. Inwieweit die Stadt diese Aufgabe auch bewältigt, wollte Reichert indes nicht einschätzen. "Wir vergeben keine Noten." Gut zu Gesicht stehe der Stadt aber zweifellos ihr Glasmuseum in der Villa des Glasfabrikanten Gelsdorf, das zu betreiben sicher "ein Kraftakt" sei. Nur mit Zuschüssen vonseiten der Stadt und viel ehrenamtlicher Arbeit sei das möglich.

Sehr angetan seien die rund 100 Tagungsbesucher auch vom Telux-Gebäude und dem großen Kultursaal mit Wandgemälde gewesen, in dem die Vorträge gehalten wurden. Überhaupt habe die Stadt Weißwasser bewiesen, dass sie solche Großveranstaltungen mit Dreitages-Programm stemmen kann. Exkursionen nach Bad Muskau, Sagar, Hoyerswerda, Knappenrode und Cottbus, wo Parks und Industrie-Denkmäler zu besichtigen waren, seien eine gute Ergänzung gewesen. Beeindruckend nicht nur für ihn, so Reichert, sei der Vortrag zur jüngeren Stadtgeschichte Weißwassers von Oberbürgermeister Torsten Pötzsch gewesen.

Zum Thema:
Der sächsische Museumsbund hält seine Jahrestagungen immer in einer anderen Stadt ab. 2012 trafen sich die Mitglieder in Delitzsch, dieses Jahr in Weißwasser, wo das Glasmuseum der Gastgeber war. Der Museumsbund versteht sich als Sprachrohr der sächsischen Museen und erarbeitet Positionen und Leitlinie bei größeren politischen Diskussionen. Seine Mitglieder berät er und bietet Fortbildungen an.


Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser,  vom  20.03.2013


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Aktualisierung: 21.03.2013


 

Eine historische Aufnahme vom Glaswerk Joseph Schweigs im Bestand der Vereinigten Lausitzer Glaswerke.
Foto: Telux Archivfoto