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Zeitlose Eleganz aus Kristall in Weißwasser

VON ANDRÉ KURTAS


Zahlreiche Auszeichnungen hat Heinz Schade für seine kunstvollen Glas-Kreationen schon erhalten. Am Freitagabend wurde unter dem Motto „Zeitlose Eleganz aus Kristall“ eine neue Sonderausstellung mit 60 seiner Werke im Glasmuseum Weißwasser eröffnet.

Gründe hierfür waren der 75. Geburtstag sowie das 60-jährige Berufsjubiläum von Heinz Schade. So viele Besucher wie am Freitagabend gab es bisher nur selten bei eine Ausstellungseröffnung im Glasmuseum. Diese standen dicht gedrängt.

Schade hat als Musterschleifer über 800 Schliffe und Dekore entwickelt. Der Weißwasseraner gehört zu den ganz wenigen Glasschleifern, die die Kunst des Schleifens von Diatretgläsern beherrschen, wovon sich die Ausstellungsbesucher am Freitag anhand der ausgestellten Stücke überzeugen konnten. »Man muss sein Handwerk schon meisterlich beherrschen, eine ausgesprochen ruhige Hand und Augen wie ein Adler haben, um solch eine Sisyphusarbeit hinzubekommen«, staunte am Freitag Andrea Neumann, die zu den Ausstellungsbesuchern gehörte. An einer Vase, die Heinz Schade gern zeigt, arbeitete er zum Beispiel 350 Stunden. Und er hat sehr vielen Rohlingen seine ganz spezielle »Handschrift« verpasst.

Viele seiner Stücke stehen bei Familie Schade im Schrank. Ehefrau Helga Schade lehnt es immer ab, bei diesen zerbrechlichen Stücken Staub zu wischen. »Das soll er mal schön allein machen«, sind sich die beiden einig. Sie hat ihm immer den Rücken freigehalten, wenn seine Handwerkskunst gefragt war und ihn seiner Werkstatt überlassen. »Unikate seines Schaffens gingen in die Hände von Weltmeistern, Olympiasiegen Wissenschaftlern, Künstlern, Politikern oder sogar an den indischen Staatsmann Gandhi. Grund genug, ihn auch für seine Heimat zum Botschafter der Stadt Weißwasser zu berufen. Botschafter auch für die hiesige Glasindustrie«, so SPD-Landtagsabgeordneter Thomas Jurk, der am Freitag die Laudatio hielt. Besonders freute sich Heinz Schade, dass viele seiner ehemaligen Arbeitskollegen zur Ausstellungseröffnung gekommen waren.

Die Schleifscheibe hat Heinz Schade immer noch in seiner Werkstatt zu stehen. Obwohl er längst seinen Ruhestand genießt, lässt in die Arbeit nicht ganz los.

Die Sonderschau ist bis zum 14. November zu sehen.


Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, vom 20.09.2010, S. 1


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Aktualisierung: 20.09.2010


 

Heinz Schade erläutert seine Werke. 
Foto: A. Kurtas