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Der Schornstein raucht, obwohl es keiner sieht
100 Millionen Flaschen verlassen Bernsdorfer Glaswerk jährlich

VON Heinz Hirschfeld



Der große dicke Fabrikschornstein des Bernsdorfer Werkes der "O-I Glasspack GmbH & Co. KG" stößt wie immer Rauch aus. "Doch den sieht keiner", sagt Werkleiter Andreas Sonnenberg. Für die Produktion ohne Belastung der Umwelt wurde das kleine Bernsdorfer Werk bereits mehrfach zertifiziert.

. 100 Millionen Glasflaschen verlassen das Bernsdorfer Werk jährlich. Im Gegensatz zu anderen Glasproduzenten stellen die Bernsdorfer auch besondere Formen her.

Beliefert werden unter anderen die Marken Jim Beam, Unicum, Jägermeister, Becherovka und Rotkäppchen. Der Betrieb hat 94 Mitarbeiter und produziert mit einer 50 Quadratmeter großen Schmelzwanne.

Die Wanne wurde 2010 für sechs Millionen Euro erneuert. Sie ist so gebaut worden, dass sie die nächsten zwölf Jahre halten muss. Werkleiter Andreas Sonnenberg ist mittlerweile 42 Jahre im Betrieb und hat Zeiten erlebt, wo so eine Schmelzwanne maximal zwei Jahre mitmachte. Als vor zwei Jahren die Wanne, das Herzstück der Glasproduktion, aufwendig erneuert wurde, gab es für die gesamte Belegschaft ein Fest. "Wenn die nächste Schmelz wanne eingebaut wird, bin ich Rentner", sagt Sonnenberg etwas wehmütig.

Derzeit gibt es in der Verwaltung und für die technischen Führungskräfte Englischunterricht. Seit 2004 arbeitet die Belegschaft schließlich in einem amerikanischen Unternehmen und muss sich in der Fremdsprache auskennen. Dabei hat Bernsdorfer Glas eine lange Tradition. 1872 war die Firmengründung. Über mehrere Jahrzehnte wurden Glaswaren für den Haushalt sowie Konservengläser und Flaschen hergestellt.

1994 wurde eine von zwei Glasschmelzwannen abgeschaltet. 2004 erfolgte die Übernahme durch O-I, Owens-Illinois. Das Unternehmen sitzt in Perrysburg, Ohio und ist Weltmarktführer für Glasbehälter. Die Aktiengesellschaft hat 23 000 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von nahezu acht Milliarden US-Dollar.

"Für uns ist es wichtig, dass wir engen Kontakt zur Stadt halten, denn schließlich sind wir ein Stück Bernsdorf", sagt Andreas Sonnenberg. So veranstaltet der Betrieb jedes Jahr einen Tag der offenen Tür. Auch die freiwillige Feuerwehr Bernsdorf werde unterstützt. So bekommt die Bernsdorfer Jugendfeuerwehr jährlich eine Spende im dreistelligen Euro bereich.

Es werden auch immer wieder gemeinsame Übungen zwischen der Betriebs- und der Bernsdorfer Feuerwehr durchgeführt, sodass sich die Kameraden aus Bernsdorf bestens im Werk auskennen. Für diese Zusammenarbeit hängt am Werktor sogar eine Auszeichnung vom Land Sachsen.


Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, vom 21.05.2012


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Aktualisierung:
26.05.2012