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Mit der Glashütte hat alles angefangen

Von Bernhard Donke


Sie bewahren Geschichte ihrer Heimat. Die SZ stellt Chronisten vor. Heute: Johannes Reimann aus Uhsmannsdorf.

Johannes Reimann ist Ingenieur für Glastechnik – im Ruhestand. Seine jahrzehntelange Tätigkeit im Flachglaswerk Uhsmannsdorf hat ihn dazu gebracht, sich mit Heimatgeschichte zu beschäftigen: „1988 bekam ich den Auftrag, gemeinsam mit dem Ortschronisten Erwin Scholz und den Kollegen Schnabel, Liebig und Ullrich ein Manuskript ,100 Jahre Glas aus Uhsmannsdorf‘ zu erarbeiten“, erzählt er. Eine Broschüre sollte entstehen, die zu den Feierlichkeiten zu Beginn des Jahres 1990 gedruckt vorliegen sollte. Johannes Reimanns Neugierde war geweckt. Mehr noch: Aus der Arbeit zur Erforschung der Werksgeschichte sei echtes Interesse gewachsen, sagt der gebürtige Horkaer.

Arbeit an der Werkschronik

Er arbeitete von 1947 bis zu seinem Ausscheiden aus dem Berufsleben im Flachglaswerk, das von den Uhsmannsdorfern liebevoll „Hütte“ genannt wird. Die Werkschronik zu schreiben, war nicht einfach: „Es war eine sehr interessante Aufgabe, doch zur damaligen Zeit nicht immer leicht zu recherchieren“, sagt er, „politischen Interessen standen meist im Vordergrund und weniger der historische Werdegang.“ Ende 1989 lag das Manuskript vor. Doch Johannes Reimanns Gesundheitszustand verschlechterte sich. Als es mit ihm wieder bergauf ging, starb 1999 seine Ehefrau Renate. Dem damals 67-Jährigen drohte die Decke auf den Kopf zu fallen, und er besann sich auf die interessante Arbeit für die Werkschronik. Dabei stellte er fest, dass es in Uhsmannsdorf noch viele geschichtliche Dinge gab, die darauf warteten, enträtselt und aufgeschrieben zu werden. Aus dem Gedanken wurde ein richtiges Hobby.

Er befragt ältere Bürger

Seine Wege führten Johannes Reimann in die Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften nach Görlitz, in die Museen nach Rothenburg, Niesky und die Lokalredaktion der SZ in Niesky. Seite für Seite blätterte er alte Zeitungen durch – und wurde oft fündig. „Was einmal aufgeschrieben ist, das geht eigentlich nicht mehr verloren und kann zu jeder Zeit eingesehen werden“, sagt er. Anders sei es mit den Geschichten, die die Leute zu erzählen hätten. „Mit jedem Bürger, der aus der Gemeinde stirbt, geht auch ein Stück Heimatgeschichte unwiderruflich verloren.“ So hat der Uhsmannsdorfer begonnen, vor allem die älteren Leute zu ihren Erlebnissen zu befragen. „Dabei stellte ich Erstaunliches fest: Den Menschen sind viele Dinge aus der älteren und jüngeren Ortsgeschichte bekannt. Sie werden von Großeltern und Eltern mündlich an die Kinder weitergegeben, doch nur selten aufgeschrieben.“

Johannes Reimann hat sich die Mühe gemacht. Anfangs hielt er mit Tonband und Schreibmaschine fest, was ihm wichtig erschien. Jetzt arbeitet er am Computer. Durch die Befragung der Bürger bekam er auch viel Bildmaterial in die Hände. Etwa 1500 Fotos sind es, die auf CD gebrannt gespeichert sind. So haben sich 18 Ordner mit Zeitungsartikeln und Berichten gefüllt. Die Geschichte Uhsmannsdorfs benötigt drei weitere Ordner, drei sind der Sportgeschichte des Ortes gewidmet und einer der Geschichte des Flachglaswerkes. „Langweilig wird es nicht“, sagt Johannes Reimann. Bei der Einweihung des Feuerwehrgerätehauses im Dezember vorigen Jahres stellte er die ersten 170 Seiten seiner Chronik „Uhsmannsdorf – Aus der Geschichte des Dorfes“ vor.

Quelle: Sächsische Zeitung, Ausgabe Niesky, vom 21.06.2008


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Aktualisierung: 23.06.2008


 

Johannes Reimann schreibt die Geschichte seines Heimatdorfes Uhsmannsdorf auf.
Foto: Bernhard Donke