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Weißwassers Denkmalkommission rettet DDR-Charme

Von Thomas Staudt


Für den unermüdlichen Einsatz für Geschichte und Kunst gab es nun ein großes Dankeschön–und eine kleine Überraschung.

Der Innenminister leiht sein Ohr nicht jedem. Uwe Mühle hatte die Chance. Und er hat sie genutzt. Bei der Tagung der ehrenamtlichen Denkmalpfleger in Dresden hielt er vor Markus Ulbig einen Vortrag zum Stand der Denkmalpflege in Weißwasser (SZ berichtete). Uwe Mühle weiß, wovon er spricht. Beruflich bei der Wohnungsbaugenossenschaft Weißwasser WBG, engagiert er sich in seiner Freizeit in der örtlichen Denkmalkommission. Die feierte am Dienstag auf den Tag genau zehnjähriges Bestehen. Mit einem Empfang für die Mitstreiter im Ratssaal würdigten Kommissionsvorsitzender Günter Segger und Oberbürgermeister Torsten Pötzsch das Jubiläum. Pötzsch erinnerte an das jüngste Projekt der Kommission, den barrierefreien Zugang zum Brunnen am Gebäude der Stadtwerke. Für ihn sei es schön zu sehen, dass immer wieder etwas in Sachen Denkmalpflege in der Stadt geschehe, sagte er.

Wieviel inzwischen geworden ist, führte Uwe Mühle in seiner Beamer-Präsentation eindrücklich vor Augen. Nach dem entscheidenden Anstoß durch Günter Segger, der sich vor zehn Jahren die Unterstützung der damaligen Oberbürgermeisterin Helma Orosz sicherte, konnten eine Reihe von Kleindenkmalen gesichert und/oder wiederhergestellt werden. Die Stele für Energie und Gesellschaft und das Fabelwesen im Tierpark gehören ebenso dazu wie Schillerbank, Jahndenkmal, die Stele der Glasmacher am Boulevard, der dortige Skulpturenpfad oder der Glasmacherlehrling vor der Berufschule.

Besonders fruchtbar entwickelte sich die Zusammenarbeit mit der Deutschen Kriegsgräberfürsorge. Durch den Kontakt zu Wilhelm Minschke, Oberst der Reserve, und seiner Reservistenkameradschaft Schutzbataillon 18 aus Braunschweig ergab sich eine Zusammenarbeit, die schon seit Jahren besteht und immer noch fortdauert. So waren die Reservisten maßgeblich an der Entstehung des Gedenkpfades für die Opfer von Krieg und Gewalt auf dem Weißwasseraner Friedhof und der Pflege von Gräbern und Kleindenkmalen in Bad Muskau und Krauschwitz, Skerbersdorf, Pechern und Klein Priebus beteiligt. Die Projekte für den nächsten Einsatz liegen schon in der Schublade. Aber das Engagement für die Region wirkt auch zurück. Heute sitzen zwei Mitglieder der Denkmalpflegekommission im Kreisverband der Kriegsgräberfürsorge.

Als Dankeschön für die geleistete Arbeit überreichten Uwe Mühle und Günter Segger von ihren Ehefrauen selbstgetöpferte Gedenkmedaillen an alle ehrenamtlich engagierten Denkmalpfleger. Ein symbolischer Dank für ein nicht zu unterschätzendes Engagement, das in aktuellen Arbeiten eine Fortsetzung findet. Derzeit verhandele die Kommission mit Vattenfall über die Neuaufstellung des Wandbildes „Lebensfreude“, der inzwischen abgerissenen 5. Mittelschule, berichtete Günter Segger. Das Hauptaugenmerk liege momentan aber auf der Fertigstellung des Denkmalbuchs der Stadt Weißwasser, so der Denkmalpfleger weiter. Der erste Teil umfasst die Denkmale nördlich der Bahnlinie und soll Ende des Jahres erscheinen. Bei der Arbeit am zweiten Teil begleiten die Kommissionsmitglieder die frommen Wünsche von OB Torsten Pötzsch: „Mögen die nächsten zehn Jahre so spannend werden wie die ersten.“

Quelle: Sächsische Zeitung, Ausgabe Weißwasser, vom 21.06.2012


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Aktualisierung:
21.06.2012