Lausitzer Glas? Glas aus Weißwasser?
G
lasmuseum Weißwasser !

Museum

Service

Mitgliederbereich

Stölzle verwöhnt Luxuskunden
Der Weißwasseraner Glashersteller profitiert von einer besonderen Idee – es geht um Wein, Wien und die halbe Welt.

Von Thomas Staudt


Es riecht nach Keller und nach Exklusivität. Nur nach Geld riecht es nicht. Aber genau darum geht es. Mitten drin Stölzle Lausitz. Als der für Deutschland zuständige Marketingchef des Glasherstellers aus Weißwasser, Klaus Völkner, auf Interesse bei einem Vermarkter von Lagermöglichkeiten für Wein stößt, greift er zu. „Winebank“ (Weinbank) nennt sich die Idee, und „wineBANK“ schreibt sich das Ganze im Original. Stölzle ist von Anfang an dabei und liefert die hochwertigen Gläser für die ausgesuchten Weine einer anspruchsvollen Klientel. Die Partnerschaft läuft bereits seit Jahren stabil und bietet darüber hinaus die Möglichkeit zur weltweiten Expansion.

Der Ursprung liegt im Rheingau. Beim Weingut Balthasar Ress in Eltville-Hattenheim entwickelt man 2008 die Idee, Kellerräume für Luxuskunden zur Verfügung zu stellen. 2009 wird sie umgesetzt. In die beiden Gewölbekeller aus dem 17. und frühen 20. Jahrhundert werden 223 Fächer eingebaut. Das kleinste bietet Platz für 35 Flaschen. Das größte ist ein begehbarer Keller mit einem Fassungsvermögen von bis zu 5 500 Flaschen. Ein Architekturbüro setzt die Gewölbe anspruchsvoll in Szene, damit die Kunden ihre Gäste in der Winebank empfangen können. Über eine Chipkarte haben sie 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche freien Zugang. Wird der Wein direkt vor Ort genossen, kommen die stilvollen Gläser von Stölzle. Wasser gibt es gratis dazu. Und natürlich gibt es auch dafür die passenden Gläser.

Stölzle führt mit der Kooperation ein bewährtes Geschäftsmodell fort. Der Glashersteller vermarktet seine Produkte überwiegend B2B (Business to Business), also im Geschäftskundenbereich, verkauft an Hotels, Restaurants und Sektkellereien oder an Catering-Unternehmen. Parallel dazu steigerte Stölzle in den letzten Jahren den Absatz im Privatkundenbereich. Die Weißwasseraner vertreiben ihre Produkte unter anderem über den Edelversandhändler Manufactum und seit Jahresbeginn über den Onlinehandel des Versandhauses Otto. In Weißwasser selbst erfreut sich der Werksverkauf seit seiner Eröffnung wachsender Beliebtheit. Über Europa hinaus liegen die Absatzmärkte von Stölzle vor allem in den USA und in Asien.

Glück mit Glas

Stölzle produziert Trinkgläser vom Probierglas bis zum edlen Bordeauxglas. Eines der neuesten Produkte ist die Serie Quatrophil. Den größten Anteil an der Produktion nehmen Stielgläser ein. Sie machen 70 Prozent der Produktion aus. Nach dem letzten Geschäftsbericht lag der Umsatz des Unternehmens 2014 im mittleren zweistelligen Millionen-Eurobereich. Damit konnte Stölzle das Umsatzergebnis der Vorjahre weiter steigern (17 Prozent).

Auch das Konzept der Winebank ist von vornherein auf Wachstum ausgelegt gewesen. Inzwischen gibt es Ableger unter anderem in Hamburg, Frankfurt, Düsseldorf und Wien. Neu sind die Standorte in Mainz und im pfälzischen Wachenheim. Erst am Freitag eröffnete die neueste Winebank in Basel. Die Lizenzierung funktioniert im Franchise-Verfahren. Das bedeutet, das Weingut eröffnet nicht selbst Filialen, sondern verkauft die Konzessionen dafür. Immer ist Stölzle Lausitz mit von der Partie. „Jede Winebank soll durch ihren individuellen Charakter eigenständig wirken. Wichtig ist uns allerdings ein hohes Qualitätsniveau an allen Standorten. Und dazu gehören auch die richtigen Gläser“, sagt Christian Ress, geschäftsführender Gesellschafter von Winebank-Franchise. Man habe Stölzle in zahlreichen Blindverkostungen getestet und sei überzeugt von der Qualität der Gläser.

Die Erfolgsgeschichte wird indes weitergesponnen. Derzeit werden Immobilien in Dresden, Leipzig und Berlin gesucht. Potenzielle Betreiber und Interessenten gibt es zum Teil schon. Der Vertrag für eine Kölner Winebank wurde gerade unterschrieben. Aktuell sei man mit weiteren potenziellen Partnern im Gespräch, heißt es aus dem Unternehmen. Ganz konkret geht es um Standorte in einer weiteren deutschen Weinregion, aber auch im Ausland, in Spanien, in England, den Niederlanden und in den USA. Stölzle, und in diesem Zusammenhang auch der Produktionsort Weißwasser, ist immer mit dabei.


Quelle: Sächsische Zeitung, Ausgabe Weißwasser, vom 21.09.2016


© Förderverein Glasmuseum Weißwasser e.V.
E-Mail:
info@glasmuseum-weisswasser.de
Aktualisierung:
21.09.2016


 

Stielgläser mit Stil: Kerstin Schenk vom Werksverkauf zeigt Stölzles Erfolgmodell „Quatrophil“.
Foto: J. Rehle