Lausitzer Glas? Glas aus Weißwasser?
G
lasmuseum Weißwasser !

Museum

Service

Mitgliederbereich

Auf dem Pfad des Gedenkens
Denkmalkommission lädt zu Erinnerungs-Tour in Weißwasser

Von Joachim Rehle


Die Aktionstage gegen Rassismus nutzten Mitarbeiter der Denkmalkommission der Stadt Weißwasser für eine öffentliche Führung auf dem Gedenkpfad für die Opfer von Krieg und Gewalt. Günter Segger, Leiter der Denkmalkommission wies dabei in seinen einleitenden Worten immer wieder auf die besondere Bedeutung für die Stadt hin.
„Zeugnisse der Geschichte fördern die Erinnerung an die deutsche Vergangenheit“, so Segger. „Dabei denke ich besonders an spätere Generationen“, unterstrich er. Nicht ganz ohne Stolz wies er auf die bisherigen Instandsetzungsarbeiten an den Grabanlagen hin und gab auch einen Einblick in die noch anstehenden Umgestaltungsarbeiten: „So werden am sowjetischen Ehrenmal die drei noch vorhandenen originalen Grabsteine wieder aufgestellt. Das Schweig-Grab bekommt zum Beispiel eine Umrandung.

Renate Eichelbaum aus Berlin ist nicht nur von der Gestaltung des Gedenkpfades beeindruckt: „Die ganze Anlage ist gepflegt und strahlt Besinnlichkeit aus.“ Katrin Stengel kann ihre Tränen kaum unterdrücken. Regungslos kniet die junge Frau am Ehrengrab von Joseph Tudyka, der das Leben einer jungen Jüdin rettete und so sein eigenes Leben riskierte. Einer der Helden Weißwassers. Auf dem Friedhof haben noch einige solcher Helden ihre letzte Ruhestätte gefunden. Ehrenwerte Bürger, Kaufleute, Soldaten, Juden und Russen. Damals teilweise Feinde, liegen sie heute friedlich beieinander, verbunden durch den Pfad des Gedenkens.

Ehrenamtliche Denkmalpfleger aus Weißwasser unter der Regie von Günter Segger hatten im Jahre 2003 die Idee, die Gedenkstätten der gefallenen Soldaten aus dem ersten und zweiten Weltkrieg, den Ehrenhain der Kämpfer der revolutionären Arbeiterbewegung, den jüdischen Friedhof und das Sowjetische Ehrenmal durch einen Gedenkpfad miteinander zu verbinden.

„Diese Teilobjekte sind Zeugnisse der Geschichte und bekunden die Grausamkeit von Krieg, Verfolgung und Vertreibung“, sagt Denkmalspfleger Uwe Mühle.

Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, vom 22.06.2009


© Förderverein Glasmuseum Weißwasser e.V.
E-Mail: info@glasmuseum-weisswasser.de
Aktualisierung:
22.06.2009


 

Interessierte Bürger, Politiker, Denkmalspfleger und Historiker trafen sich am Samstag zu einer gemeinsamen Wanderung auf dem Gedenkpfad in Weißwasser. Der Pfad verbindet verschiedene Grabstätten mit historischer Bedeutung.
Foto: J. Rehle