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Döbern feiert 150 Jahre Glas
Am Sonnabend wird rund um die Cristalica-Pyramide an den Start 1867 erinnert. Der Tag bietet besondere Einblicke.


Glasbläser Andreas Stiller zaubert aus einem glühenden Tropfen eine formschöne Vase. Bis 1994 hat er noch farbige Römer in der vor 150 Jahren von den Gebrüdern Hirsch in Döbern gegründeten, ersten Glashütte gefertigt. Auch Thomas Putzler war zum Frühlingsfest im Mai in das Glaswerk an der Cristalica-Pyramide gekommen. Der 69-jährige Döberner arbeitete damals als Dekorgestalter, Schleifer und Graveur im Werk und machte sich 1987 mit einer eigenen Werkstatt für Glasveredelung in der Stadt selbstständig. Birgit Bresnick, die 1978 in Weißwasser das Glasschleiferhandwerk erlernte, suchte die Fliesstraße, an der sie damals den Römern und Vasen den letzten Schliff gegeben hat. Die vielen Fragen der „Ehemaligen“ beantwortete Gästeführerin Ursula Grote. Sie begann 1955 in Döbern als Glasschleiferin und übernahm bis 1988 die Qualitätskontrolle im Werk.

Rund 50 von den einst 1725 Mitarbeitern des VEB Glaswerk Döbern waren vor rund fünf Monaten gekommen, um sich ihre alte Produktionsstätte noch einmal anzusehen. „Diesen Sonnabend wollen die meisten wiederkommen und sicher auch eine große Gästeschar, wenn wir 150 Jahre Glasproduktion am Standort feiern“, sagt ein Sprecher der vor acht Jahren gegründeten Cristalica GmbH Döbern. Nach dem ersten „Fest der Glasarbeiter“ zu DDR-Zeiten 1968 soll es nun ein zweites Fest am Glasstandort geben, wo die Tradition jetzt mit der Moderne verbunden wird.

Das Programm ist anspruchsvoll. Attraktionen sind das exklusive Shoppingerlebnis in der größten Glasverkaufspyramide der Welt und Führungen durch das Werk sowie ein 15-minütiger Kinofilm mit historischen Bildern und einem Besuch des im Mai eröffneten Glasarbeitermuseums. Bei einem Hüttenbesuch erleben die Besucher, wie Glas, insbesondere auch Überfangglas der traditionellen Döberner Bleikristall-Römer, und Glasnuggets hergestellt werden. Zudem wird eine Führung durch die Merchandisingproduktion mit Sporttrikots und über 2 000 verschiedenen Artikeln angeboten. Dazu gibt es einen Glasarbeitermarkt. Jeder Besucher kann Glas herstellen und schleifen. Ab 14 Uhr spielen die Cottbuser „Saspower Dixieland-Stompers“. Dabei wollen die ehemaligen Döberner Glasarbeiter einen Stammtisch gründen, bei dem man sich regelmäßig trifft und austauscht sowie Ratschläge für die Cristalica-Produktion gibt. (kay)


Quelle: Sächsische Zeitung, Ausgabe Weißwasser, vom 22.09.2017


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Aktualisierung:
22.09.2017


 

Blick auf die Cristalica-Pyramide in Döbern.
© W. Wittchen