Lausitzer Glas? Glas aus Weißwasser?
G
lasmuseum Weißwasser !

Museum

Service

Mitgliederbereich

Telux-Gemenge europaweit gefragt
Neue Weißwasseraner Firma will an traditionellem Standort durchstarten

Von Gabi Nitsche


Der frühere Chef der insolventen Telux GmbH in Weißwasser hat mit Partnern aus Thüringen das Vermögen der Alt-Firma gekauft und ein neues Unternehmen gegründet. Die Telux Glasproducts & Components GmbH will vor allem mit Spezialgemenge für die Glasindustrie europaweit punkten.

Ein Umsatz von 3 bis 3,5 Millionen Euro im ersten Jahr ist das Ziel der neuen Firma Telux Glasproducts & Components GmbH. Vor allem mit Spezialgemenge made in Weißwasser wollen das Andreas Nelte und dessen dessen drei Partner erreichen. "Wir liefern europaweit, nach England, Frankreich, Italien zum Beispiel." Auch fürs Nachbarland Tschechien wird produziert. "Unser Auftraggeber ist Bohemia Glas", sagt Nelte. Dort geht es vor allem um zerbrechliche Schönheiten aus Bleikristall, die die Tschechen in der ganzen Welt verkaufen.

Die Weißwasseraner verstehen sich bereits seit Jahrzehnten auf die Herstellung von Gemenge für die Glasindustrie. "Das spezialbehandelte Gemisch ermöglicht uns den Transport über weite Strecken", erklärt Nelte. Deshalb könne die Telux-Neu nun ihre Kunden in ganz Europa akquirieren. "Außerdem hat unser Gemenge noch einen weiteren Vorteil. Da es schneller schmilzt, lassen sich je nach Glas- und Glaswanne zwischen fünf und zehn Prozent Energie einsparen." Andreas Nelte spricht von zwei weiteren Projekten, die gute Aussichten für den Produktionsstandort Telux haben. "Wir haben Glas für technische Anwendungen entwickelt, das bereits positiv vom Kunden getestet wurde." Nun hoffen Nelte & Co. auf eine Zusage. "Es geht um Zuschlag stoffe für hochwertige Küchenspülen, deren Qualität durch unser Produkt verbessert werden kann."

Das zweite Projekt sei die Weiterentwicklung von Glaskugeln. Diese könnten laut Andreas Nelte in unterschiedlichen Bereichen in der Kunststoffherstellung verwendet werden. Zum Beispiel auch im Fracking. "Wir arbeiten mit einem Technologiegeber zusammen und hoffen auf eine Testproduktion, die dieser auch finanzieren würde."

Das Konzept für den Telux-Neuanfang habe Andreas Nelte schon im Kopf gehabt, als er im Oktober 2014 die Reißleine zog und Insolvenz für die Telux GmbH anmeldete. "Die Frage war nur, ob der Insolvenzverwalter diesen Weg mitgehen würde. Und er ging mit", berichtet Andreas Nelte, der langjährige Geschäftsführer des Alt-Betriebes. Der Insolvenzverwalter machte den Betrieb damals nicht dicht. Er reduzierte die Zahl der Mitarbeiter von 35 auf 15, sodass sich diese mit der Auftragslage rechnete. Diese stellten weiterhin Spezialgemenge für andere Glasbetriebe her. Eine Eigensanierung, wie die Telux es einige Jahre zuvor schon einmal geschafft hatte, schloss der Anwalt dieses Mal aus. Er und die Gläubiger sahen bessere Chancen darin, finanzstarke Partner für einen Neuanfang zu finden. Nelte fand diese in Thüringen, sagt er. Nach einem Jahr mit dem Insolvenzverwalter seien die Partner und er motiviert gewesen für die neuerliche Privatisierung. Sie entschieden sich 2015 zum Kauf des Alt-Betriebes – ohne die Verbindlichkeiten aus den Vorjahren. Nelte spricht von einem kräftigen Kaufpreis, der jedoch ohne Geld von Banken gestemmt worden sei.

Kommentar: Optimisten sehen die Chance

Zum Thema:
Das Telux-Areal ist 170 000 Quadratmeter groß. Dafür fallen jährlich 50 000 Euro Grundsteuer an. Um den Gesamtkomplex zu bewirtschaften, braucht es ein zweites Standbein: Telux als Untervermieter von Werkhallen und Büroräumen. Dieser Bereich soll noch stärker entwickelt werden. Andreas Nelte & Co. halten an den Teluxsälen als Veranstaltungsort fest.


Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, vom 23.02.2016


© Förderverein Glasmuseum Weißwasser e.V.
E-Mail: info@glasmuseum-weisswasser.de
Aktualisierung:
01.03.2016


 

Andreas Nelte