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 Der Glasmacherlehrling steht wieder in Weißwasser

Von Anja Guhlan


Er ist wieder da: Die Betonplastik „Der Glasmacherlehrling“ wurde in den vergangenen Monaten einer Schönheitskur in Görlitz unterzogen. Am Donnerstagnachmittag wurde in der Jahnstraße wieder präsentiert.

Hübsch gemacht hat sich „der Glasmacherlehrling“ für seinen zweiten Geburtstag. In einem frischen und steingrauen Farbton steht er auf einem etwa halben Meter hohen Sockel. In der Hand hält die Figur einen Abschläger und eine Glasmacherpfeife. Zwei Handwerkzeuge, ohne die ein Glasmacher nicht arbeiten könnte. Während die Pfeife zum Blasen des Glases genutzt wurde, hat der Glasmacher mit dem Abschläger den fertig geblasenen Kelch von der Glasmacherpfeife abgeklopft. Die Figur ist damit wieder formvollendet.

Das sah vor der Restaurierung anders aus: Die Handwerkzeuge des Glasmacherlehrlings sowie die rechte Hand fehlten, die linke Hand war beschädigt und der Kopf von vielen Abplatzungen übersät. Seit dem Jahr 2002 bemühte sich deshalb Günter Segger, der Leiter der Denkmalkommission in Weißwasser um eine Restaurierung der Figur. Die hatte seit den 1950er-Jahren ihren Platz vor dem Beruflichen Schulzentrum in Weißwasser. Doch erst im Jahr 2010 wurde eine Restaurierung durch den Landkreis möglich. Der Kreis hat die Gesamtkosten von 3200 Euro übernommen hat, wovon allein 1300 Euro für die Restaurierung genutzt wurden.

Der Auftrag dafür wurde an Günter Schönherr vergeben. Der gelernte Maler und Bildhauer aus Kunnersdorf beschäftigt sich seit über 25 Jahren mit Betonplastiken. „Zwar war die Restaurierung ganz schön schwierig und sehr zeitaufwendig, aber ich habe das gerne gemacht“, sagte er am Donnerstag. „Am schwierigsten gestaltete sich die Haltung der Werkzeuge und der Kopf der Figur“, betont Schönherr. Dafür erhielt der pensionierte Künstler Dank vom Auftraggeber in Person des Bauamtsleiters Dieter Peschel. Aber auch Günter Segger ist hochzufrieden: „Das Lächeln des Glasmacherlehrlings ist schöner als vorher“, schmunzelte er.

Der Entwurf für den Glasmacherlehrling stammt von Konrad Tag (1903 bis 1954). Der Breslauer Glasgraveur ließ sich 1950 in Weißwasser nieder und arbeitete in der Werkstatt für Glasgestaltung. Etwa im Jahr 1953 oder 1954 wurde die Figur des Glasmacherlehrlings als Symbol für alle arbeitenden Glasmacher vor der damaligen Schule der Glasmacher in der Stadt aufgestellt.

Nach der Schönheitskur wolle der Landkreis Görlitz laut Dieter Peschel noch versuchen, die Figur mit einer Lichtinstallation auch nachts wieder mehr ins Bewusstsein zu rücken.


Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser  vom 23.09.2011ews290411.htm


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Aktualisierung: 23.09.2011


 

Günter Schönherr, der die Figur des Glasmacherlehrlings restauriert hat, erklärt die Schwierigkeiten der Restaurierung. Foto: A. Guhlan