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Kleine Kubatur - großer Aufwand
Die Gebäckabfertigung am Bahnhof Weißwasser dient bald einem neuen Zweck. Im Glasmuseum wartet man darauf.

VON ANJA KÖHLER
 


Das Dach ist gedeckt, das Fachwerk erneuert. Jeden Tag geht es ein Stück vorwärts. Die Rede ist von dem Haus, das sich rechts neben der Bahnhofshalle in Weißwasser befindet. In dem Nebengebäude ist einst das Gepäck der Reisenden abgefertigt worden, demnächst werden hier Dinge aus dem Glasmuseum gelagert. Thomas Böse, im Rathaus der Stadt für Bauangelegenheiten zuständig, bestätigt im Gespräch mit TAGEBLATT, was Fußgänger bereits beobachten können: Die Sanierung ist in vollem Gange - und mit viel Arbeit verbunden. "Der Aufwand ist im Verhältnis zur Kubatur riesig", sagt Thomas Böse. Heißt: Das Raumvolumen des teilunterkellerten Hauses hat es in sich. Grund ist der einzuhaltende Denkmalschutz, der mache die Sache kompliziert und teuer. Ein Neubau ginge in jedem Fall schneller und koste weniger. Hier aber sollen Substanz und Stil erhalten bleiben.

Ein Problem sind laut seiner Aussage die alten Fenster. Ein Original ist aufgearbeitet worden, die übrigen werden nachgebaut. Bei den Türen sehe es ähnlich aus. Die Eisenschiebetüren bleiben zwar bestehen, allerdings nur des Denkmalschutzes wegen, „eine Funktion haben sie nicht mehr“. Bis Ende des Jahres soll alles fertig und das Gebäude "nutzungsfähig" sein. Thomas Böse ist davon überzeugt, "dass wir hier eine gute Lösung gefunden haben."

Das sieht Horst Fasold, Vorsitzender des Fördervereins Glasmuseum Weißwasser, auch so: "Wir sind froh, dass uns die Stadt die Möglichkeit gibt, etwas lagern zu können." Derzeit seien an mehreren Stellen im Stadtgebiet Exponate untergestellt: Erinnerungstafeln, alte Werkzeuge der Glasverarbeitung oder Häfen, in denen früher Glas geschmolzen wurde. "Auch der Keller unseres Museums ist rappelvoll" , sagt Horst Fasold. Im neuen Lagerraum werden demnächst Regale für all die Dinge errichtet, die nun in ihr neues Zuhause umziehen. Der Weg zwischen Lager und Glasmuseum ist kurz, "und wir haben endlich einen eigenen Schlüssel für den Raum", zählt der Vorsitzende des Fördervereins die Vorteile auf Ein Wermutstropfen ist, dass es keine Heizung gibt. "Wir können also erst mal nur lagern, was temperatur- und feuchtresistent ist." Aber; "Insgesamt wird für uns nun vieles einfacher." Die Stadt hatte die ehemalige Gepäckabfertigung, die mitunter fälschlich für den alten Güterbahnhof gehalten wird, einst zusammen mit dem Bahnhofsgebäude erworben. Beides liegt im sogenannten Sanierungsgebiet II, für das momentan die Endabrechnung im Gange ist. Von allen Eigentümern, die in diesem Gebiet wohnen, muss eine Ausgleichszahlung geleistet werden, weil die Gegend insgesamt eine Aufwertung erfahren hat. Wer dabei auf einen Bescheid der Stadtverwaltung verzichtete, ist mit einem "Rabatt" von 20 Prozent belohnt worden. Zwei Drittel der Betroffenen haben laut Aussage des Bauamtsleiters davon Gebrauch gemacht - und damit der Stadt Einnahmen in Höhe von 170.000 Euro beschert. Die hätten noch höher ausfallen können, wären aber auch erst später eingetroffen. Allerdings muss die Stadtverwaltung dieses Geld noch 2018 ausgegeben haben und wieder ins Sanierungsgebiet stecken. Sonst müsste sie selbst zwei Drittel der Fördermittel zurückzahlen. "Deswegen haben wir nach einem Projekt gesucht", sagt Thomas Böse - und in einem Lagerraum für das Glasmuseum gefunden.

Quelle: Sächsische Zeitung, Ausgabe Weißwasser, vom 23.11.2018


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Aktualisierung: 23.11.2018


 

Foto: J. Rehle