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Weißwasser pflegt jüdisches Erbe mit der Rekonstruktion des Friedhofs
In den 80er Jahren aufgelöst, ist der jüdische Friedhof wiedererstanden. 
Am 1. September wird er vom Landesrabbiner geweiht.

Von Thomas Staudt


Die jüdische Gemeinde Weißwasser war nie besonders groß. Doch haben jüdische Mitbürger für die Stadt Großes geleistet. Zu ihnen gehört Josef Schweig. Der Unternehmer beförderte nach 1881 Industrialisierung und Wachstum in so hohem Maße, dass er heute als Gründervater der Stadt gilt. Er ist nach wie vor der einzige Ehrenbürger der Glasstadt. Schweig war es auch, der 1902 eine Sektion des Friedhofs erwarb und darauf einen eigenen jüdischen Grabbezirk etablierte, auf dem nicht nur er und seine Familie die letzte Ruhe fanden, sondern weitere Mitglieder der jüdischen Gemeinde. In den letzten Zügen der DDR, wollten die Verantwortlichen einen parkähnlichen Grüngürtel um die Stadt legen und lösten den jüdischen Friedhof auf. Dem Heimathistoriker Werner Schubert ist es zu verdanken, dass das Areal im südöstlichen Teil des Friedhofs geortet werden konnte. Inzwischen verfügt es wieder über eine historische Einfriedung. Der authentische Zaun lag noch bis 1995 bei der Friedhofsverwaltung. Dann verlieren sich seine Spuren.

Auf Vorschlag der städtischen Denkmalkommission wird der jüdische Friedhof Teil des Denkmalpfads, zu dem vier weitere Stationen gehören. Derzeit wird an der Nordseite eine Gedenktafel für Josef Schweig und die zwölf Mitbestatteten errichtet. Am Südende, außerhalb der Schweigschen Familiengrabstätte, finden die erhaltenen Reste des Grabs der Familie Pese Aufstellung. Damit der Friedhof keine bloße Hülle bleibt, stimmte die Kommission alle Maßnahmen eng mit der jüdischen Gemeinde Dresden ab. In Weißwasser gibt es eine solche nicht mehr. Vertreter der Dresdner Gemeinde und des Zentralrats der Juden werden anwesend sein, wenn Landesrabbiner Salomon Almekias-Siegl am 1. September den Friedhof weiht.


Quelle: Sächsische Zeitung, Ausgabe Weißwasser, vom 24.08.2010


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E-Mail: info@glasmuseum-weisswasser.de
Aktualisierung: 24.08.2010


 

Die Wesda-Mitarbeiter Wolfgang Neumayer und Ralf Lehnert (v.l.) bei den Arbeiten für die Aufstellung des Grabsteins der Familie Pese auf dem jüdischen Friedhof Weißwasser.
Foto : J. Rehle