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Preis für Glasmanufaktur in Tschernitz

Von Katrin Schröder 


Die Glasmanufaktur Brandenburg (GMB) in Tschernitz (Spree-Neiße) erhält am Mittwoch in Frankfurt/Main den Arbeitsplatzinvestor-Preis. Der Wirtschaftsclub Rhein-Main und die Bundesagentur für Arbeit zeichnen damit Firmen aus, die in Arbeitsplätze investieren.

Die Glasmanufaktur Brandenburg in Tschernitz produziert für die Solarindustrie – und kam gut durch die Krise. Foto: dpa
Die Nachricht war eine Überraschung: »Ich hätte nicht gedacht, dass wir unter 4000 Bewerbern zu den Besten gehören«, sagt Volker Henzel, GMB-Geschäftsführer. Am heutigen Mittwoch erhält die GMB in Frankfurt am Main den Arbeitsplatzinvestor-Preis. Verliehen wird er von dem Wirtschaftsclub Rhein-Main und der Bundesagentur für Arbeit. Diese hatte die GMB, die im früheren Tschernitzer Samsung-Werk Solarglas produziert, zur Bewerbung aufgefordert. »Wir freuen uns und sind stolz«, sagt Volker Henzel. Er spricht von einem »Gemeinschaftswerk« - denn ohne die Unterstützung von Land und Landkreis, von Wirtschaftsministerium, Zukunftsagentur (ZAB) und Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) wäre die Investition nicht möglich gewesen. »Gerade dieser Standort steht für den Wandel Brandenburgs zum modernen Industrieland«, sagt Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers. ZAB-Sprecher Steffen Kammradt ergänzt: »Dieser Preis strahlt weit über die Region hinaus.« Er zeige, dass engagierte Fachkräfte im Land geschätzt würden.

Den Preis bekommen Firmen, die Arbeitsplätze schaffen - und die GMB hat sich rasant entwickelt. Gestartet war das Unternehmen 2008 mit 101 Mitarbeitern. Ein Jahr später waren es 211 Mitarbeiter - trotz Absatzeinbruch im Solarmarkt. »Immer positiv denken« - so überstand die GMB die Wirtschaftskrise relativ unbeschadet, sagt Henzel. Zwei Monate Kurzarbeit nutzten viele Mitarbeiter zur Fortbildung. Transparenz sei wichtig: »Wir haben die Belegschaft immer über den aktuellen Stand informiert.« Diese habe gekämpft, wofür ihr Dank gebühre. Zum Glück sei die Nachfrage wieder gestiegen, denn eine längere Flaute hätte die Firma vielleicht nicht geschafft.

238 Mitarbeiter hat die GMB aktuell - und es sollen mehr werden. Derzeit wird über die Investition in eine zweite Fertigungslinie verhandelt. »Der Markt ruft nach gutem Solarglas«, so Henzel. Die Finanzierung sei schwierig, doch wenn es klappt, würden »mindestens 350« Leute benötigt - so viele wie zuletzt bei Samsung.

Zum Thema:

In Tschernitz hatte bis Mitte 2007 die Samsung Corning Deutschland Fernsehglas produziert. Die Interfloat Corporation aus Liechtenstein investierte in der Folge am Standort rund 45 Millionen Euro und startete im Herbst 2008 die Produktion von Flachglas für die Solarindustrie. Bis Ende 2010 will die Glasmanufaktur Brandenburg ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr verdreifachen.


Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, vom 24.11.2010


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Aktualisierung: 27.11.2010


 

Die Glasmanufaktur Brandenburg in Tschernitz produziert für die Solarindustrie – und kam gut durch die Krise.
Foto: dpa