Lausitzer Glas? Glas aus Weißwasser?
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Neue Perspektiven für Glasmuseum Weißwasser
Einrichtung soll stärker ausstrahlen / Fachleute helfen Förderverein

Von Daniel Preikschat



Das Glasmuseum in Weißwasser soll deutlich aufgewertet und mehr als bisher ein Zentrum der gesamten Lausitzer Glasindustrie-Geschichte werden. Förderverein und Stadtverwaltung wollen das Konzept dafür mithilfe von Experten für Denkmalpflege und Museumswesen entwickeln.
Neue Perspektiven für Glasmuseum Weißwasser Das Glasmuseum in der Forster Straße. Foto: dpr

Im Förderverein des Glasmuseums fand man die Idee, in der Region Weißwasser im Jahr 2027 eine Internationale Gartenschau durchzuführen "hervorragend". Das Großereignis wurde als willkommene Gelegenheit aufgefasst, das etwas verstaubte Image des Glasmuseums aufzupolieren. In einem "Positionspapier" beschrieb der Vereinsvorstand das recht konkret: Die Gelsdorfhütte in der Nähe des Musems sollte soweit zurückgebaut werden, dass sich für Besucher noch der Produktionsprozess, mithilfe von Schautafeln, nachvollziehen lässt. Ein nebenstehendes Verwaltungsgebäude wird, nach einer Sanierung, als geeignete Bibliothek für den Schriftenfundus des Museums betrachtet. Weiter sollten Glasvitrinen im Bahnhofsgebäude Museumsexponate zeigen und eine Glastour Besucher von Weißwasser aus ins Umland führen. Schließlich ginge es auch darum, Wilhelm Wagenfeld, der in Weißwasser lange Jahre sehr produktiv war, als Deutschlands wichtigsten Industrie-Designer viel besser zu vermarkten.

Diese Ideen haben Jochen Exner und Wolfgang Hoyer vom Förderverein kürzlich auch bei einem Workshop zum Glasmuseum in Meißen angesprochen. Dorthin eingeladen hatte Fred Jasinski, der in Weißwasser derzeit das Projekt "Zusammenhalt durch Teilhabe" moderiert, bei dem Perspektiven für die Stadt entwickelt werden. Jasinski war dabei wichtig, auch Fachleute von der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen und von den Landesämtern für Denkmalpflege in Sachsen und Brandenburg dabei zu haben. Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) und der Landtagsabgeordnete Lothar Bienst (CDU) machten die Runde als Vertreter der Kommunal- und Landespolitik komplett.

Fred Jasinski, Leiter eines Planungsbüros in Großräschen, ist der Blick von außen ganz wichtig. Wie schaffen es Museen in anderen Städten, weit über sie hinaus auszustrahlen? Hat auch das Glasmuseum in Weißwasser das Zeug dazu? Wenn ja, wie stellt man es gemeinsam am besten an?

Klar ist, dass das Museum in Weißwasser dringend neu ausgerichtet werden muss. Das sieht Oberbürgermeister Pötzsch genauso wie der Vereinsvorstand. Die Gästezahlen verharren auf niedrigem Niveau, der Zuschuss der Stadt bleibt gleichbleibend hoch und das Durchschnittsalter der Vereinsmitglieder hat schon die 70 Jahre erreicht.

Bei dem Workshop, so Jasinski, wurde deutlich, dass das Museum gute Chancen hat, sogar international auszustrahlen, wenn es Zentrum der gesamten Lausitzer Glasindustrie-Geschichte sein kann. Eine wichtige Rolle, das war ebenfalls Konsens, muss dabei Wilhelm Wagenfeld spielen. Zuletzt hat eine Ausstellung mit Exponaten von ihm im Muskauer Schloss gezeigt, welche Zugkraft er hat. Das Museum der Zukunft könnte Besuchern aber mehr als nur Wagenfelds Arbeiten zeigen, vielmehr auch den Schaffensprozess und die Produktionsbedingungen in Weißwasser.

Nicht hilfreich sei, so Jasinski, schon jetzt festzulegen, was zu tun ist. Ohne Expertenrat und breite Diskussion. "Damit berauben wir uns möglicher Chancen." Stadt, Förderverein und Fachleute müssten gemeinsam ein Konzept in Auftrag geben. Dabei könnten Hochschulen einen Beitrag leisten und beispielsweise die Ostdeutsche Sparkassenstiftung Finanzierungshilfe leisten.

Auch Torsten Pötzsch rät dazu, nichts übers Knie zu brechen. Dabei schreckt er vor allem vor unnötigen Investitionen zurück, zum Beispiel bei Flächenerwerb, Boden-Dekonterminierung und Abriss. "Ich bin sicher, das Ganze wird ein langer Prozess."
 


Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, vom 25.02.2014


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Aktualisierung: 11.02.2014


 

Foto: D. Preikschat