Lausitzer Glas? Glas aus Weißwasser?
G
lasmuseum Weißwasser !

Museum

Service

Mitgliederbereich

Bestandspflege und Verjüngung
Horst Fasold, neuer Vorsitzender im Glasmuseum-Förderverein, hat sich klare Ziele gesetzt

Von Daniel Preikschat

 



Mit seinen 61 Jahren gehört der neue Vorsitzende zu den jüngsten Mitgliedern im Förderverein des Glasmuseums Weißwasser. Für Horst Fasold beschreibt dieser Umstand den dringenden Handlungsbedarf im Verein.

Zumindest ihre Vereinsspitze konnten die Unterstützer des Glasmuseums ein wenig verjüngen. "Ich gehöre zu den Jüngsten im Verein, leider ist das so", sagt Horst Fasold, der bei der Wahlversammlung am 11. April zum Nachfolger des 74-jährigen Jochen Exner gewählt worden ist. Exner, erzählt Fasold, hätte ihm gern noch früher das Amt überlassen. Doch als der Maschinenbau-Ingenieur, der vor der Wende zehn Jahre in der Glasindustrie tätig war, 2007 dem Verein beitrat, habe er Exner gleich zu verstehen gegeben: Etwas Zeit, um den Verein, seine Mitglieder und sein Umfeld näher kennen zu lernen, brauche er schon. Und ohne Exners Zusage, ihn als Stellvertreter zu unterstützen, hätte er sich wohl auch vor zwei Wochen noch nicht wählen lassen.

Fasold fühlt sich der Pflege all dessen, was seit Gründung des Vereins 1993 aufgebaut worden ist, verpflichtet. Den großen Fundus an Glas-Exponaten, an Archivmaterial und an persönlichen Verbindungen, gelte es zu bewahren. Auch soll die Gelsdorf-Villa in der Forster Straße weiter "Heimstatt" des Glasmuseums bleiben. Fasold betont das umso mehr, da immer wieder von einem möglichen Umzug des von der Stadt bezuschussten Museums die Rede war. In das Volkshaus etwa oder zum benachbarten Glasproduzenten Stölzle.

Genauso wenig kann sich Horst Fasold damit anfreunden, eine Wilhelm Wagenfeld-Ausstellung dauerhaft außerhalb des Museums zu zeigen. Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) hatte in einem RUNDSCHAU-Interview dafür das Bahnhofsgebäude ins Spiel gebracht. Fasold würde davon jedoch abraten. Dort in einer Vitrine mit wechselnden Ausstellungsstücken auf das Museum hinzuweisen, halte er indes für eine gute Idee.

Außer Bestandspflege zu betreiben, müsse sich der Verein aber auch dringend verjüngen. "Junge Menschen müssen zu unserer Zielgruppe werden." Es sei schade, etwa bei den Ausstellungseröffnungen immer dieselben Gesichter zu sehen. Fasold lobt die letzte Weihnachtsausstellung mit Porzellanpuppen. In dieser Weise sollte der Verein Kinder und Jugendliche noch stärker ansprechen. So könnten Ausstellungen mit Musik, Malerei oder Installation verbunden werden. Man könnte in Schule und Kitas für die Arbeitsgruppen im Verein werben. Über solche Ideen sei künftig zu reden.

Zum Thema:

Der Vorstand des Fördervereins hat seinen langjährigen Vorsitzenden Jochen Exner bei der Wahlversammlung im April mit dem gläsernen Ehrenzeichen ausgezeichnet. Als ehemaliger Stadtrat, hieß es zur Begründung, habe Exner maßgeblichen Anteil daran gehabt, dass im Stadtrat ein Beschluss zur Gründung eines Fördervereins gefasst wurde, der ein Glasmuseum in der Gelsdorf-Villa einrichten sollte. Exner gehörte 1993 zu den Gründungsmitgliedern des Vereins, der die über 100-jährige Geschichte der Glasherstellung in Weißwasser bewahren will. Im Dezember 1994 wurde die erste Ausstellung eröffnet. 1996 bekam die Stadt ein funktionsfähiges Museum übergeben, das Exner bis 2000 leitete. Danach, so der Vorstand, habe Jochen Exner das Sammeln von Exponaten für die ständige Glasausstellung durch Kauf, Schenkung oder als Leihgaben initiiert. Er sei Geburtshelfer bei der Gründung von Arbeitsgruppen gewesen, um das satzungsmäßige Vereinsziel zu erreichen. Jochen Exner selbst leitet die AG "Chronik". Er habe seinen Anteil daran gehabt, dass die Villa generalüberholt wurde. Er habe dazu beigetragen, dass das Haus zum anerkannten Fachmuseum geworden ist.
 

Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, vom 25.04.2013


© Förderverein Glasmuseum Weißwasser e.V.
E-Mail: info@glasmuseum-weisswasser.de
Aktualisierung: 02.04.2013


 

Bestandspflege und Verjüngung Horst Fasold fühlt sich der Glasmacher-Tradition in Weißwasser verbunden, will den Blick aber auch nach vorn richten.
Foto: D. Preikschat