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Für dieses Denkmal wollte niemand Zement geben

VON WOLFGANG HOYER



Fundstück der Woche: Die Plastik "Kollegen bei der Glasschmelze" steht vor der Glasfachschule in Weißwasser und ist arg sanierungsbedürftig. 

Als der Spremberger Architekt J. Demkopf 1952 den Neubau einer Glasfachschule in Weißwasser plante. sah die Entwurfszeichnung auch eine Figurengruppe vor dem Hauptportal des Gebäudes vor. Diese wurde irrtümlicherweise als Glasbläsergruppe bezeichnet. 

Das Modell für das Denkmal. vorgeschIagen in natürlicher Größe, wurde vom Künstlerkollektiv Walter Bullert und Hans Klakow hergestellt. Die Firma Heinrich Moldenhauer Potsdam übernahm die Umsetzung des Entwurfs. 

Die 2,45 Meter hohe Figurengruppe besteht aus Glasmacher, Techniker und Schleiferin. Der Glasmacher ist bei der Arbeit mit der Glasmacherpfeife dargestellt. Dabei stimmt die Handhaltung des Glasmachers an der Glasmacher- pfeife nicht mit der üblichen Praxis überein. Beim Blasen wird die rechte Hand über der linken gehalten, so wie es auch bei den Glasmachern am Glasmacherbrunnen (Bahnhofsvorplatz Weißwasser) modelliert ist. Der Techniker trägt in der linken Hand ein Pyrometer zur berührungslosen Temperaturmessung und in der rechten Hand ein Buch. Die Schleiferin betrachtet aufmerksam eine Vase. 

Das größte Problem bei der Schaffung der Betonplastik war das Beschaffen des Zements. Das geht aus einem Schriftverkehr von 1955 hervor. Selbst der Rat des Bezirkes Cottbus lehnte die Zuweisung von rund 25 Zentnern Zement ab. Die Künstler wurden an das Ministerium für Kultur und die Bezirkshandwerkskammer Potsdam verwiesen. 

Die Figurengruppe "Kollegen bei der Glasschmelze" wurde im Juli 1955 vor dem Hauptportal der Glasfachschule so aufgestellt, dass die Glasschleiferin in Richtung Haupteingang schaut. Inzwischen steht die Plastik seit 57 Jahren vor der Glasfachschule und wartet seit langem auf ihre Sanierung.

Quelle: Sächsische Zeitung, Ausgabe Weißwasser, vom 25.05.2012


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Aktualisierung:
26.05.2012


 

"Kollegen bei der Glasschmelze" nennt sich die Betonplastik, die seit 1955 vor der Glasfachschule in Weißwasser steht. 
Foto: privat!