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Porträts und Fotos aus der Welt der Glasmacher
Förderverein Glasmuseum würdigt in neuer Publikation ausgewählte Facharbeiter

VON DANIEL PREIKSCHAT


In einer neuen Publikation des Fördervereins Glasmuseum geben fünf Personen-Porträts Einblick in die jüngere Geschichte der Glasproduktion in Weißwasser. Autor Manfred Schäfer schildert sehr persönlich und arbeitet mit vielen Fotos und Abbildungen.

Die 70-Seiten-Broschüre ist zunächst Mal eine Art Foto-Album. Man sieht Facharbeiter an Werkbänken und Glasöfen, beim Frühstücken oder Ausgezeichnetwerden, bei Ausstellungen, Gartenarbeit oder Betriebsausflug. Das Feiern und Spaßhaben, denkt man beim Durchblättern, kam nicht zu kurz. Und: Doch wer so produktiv und kreativ war, dem steht das auch zu. Der Betrachter taucht so ein in die Arbeits- und Freizeitwelt der Glasfabrikanten in Weißwasser zu Vorwendezeiten. Dass die Fotos meist schwarz-weiß sind, dass zudem Zeugnisse, Urkunden, Skizzen und Redebeiträge eingestreut werden, erzeugt den Eindruck, auf eine Zeitreise mit Anspruch auf Wahrhaftigkeit zu gehen.

Dabei will Autor Manfred Schäfer eigentlich nur fünf Vertreter der jüngeren Glasmachergeschichte Weißwassers exemplarisch würdigen. Einschließlich seiner eigenen Person. Man könnte dem heute 76-jährigen ehemaligen Werkleiter daher Eitelkeit vorwerfen. Zumal der Förderverein Glasmuseum Weißwasser seine episodischen "Glasigen Erinnerungen" ebenfalls noch dieses Jahr herausgibt. Sein eigentliches Anliegen bleibt aber klar erkennbar, die Leistungen in der Glasproduktion nicht vergessen zu lassen. Vor allem nicht die Menschen, die dahinter standen und das gesellschaftliche Klima in Weißwasser mit geprägt haben. Und so lernen die Leser neben Schäfer auch den vielseitig begabten Glasmaler und Designer Gerhard Lindner kennen, den akkuraten Kelchglasmacher Hans Lutzens, den "Glasmacher aus Leidenschaft" Horst Schumann und den meisterhaften Glasgraveur Fritz Heinzel.

Jeder von ihnen wird auch als Mensch geschildert. Mit subjektivem Blick und in einer nicht unbedingt geschmeidigen Betriebsleitersprache, aber nah an der damals herrschenden Realität. So macht Schäfer unter anderem deutlich, wie eng verflochten Arbeit und Freizeit waren. Keiner der Porträtierten, der nach der Arbeit nicht mit den Kollegen noch musiziert, gefeiert oder zu Hause gewerkelt hätte. Das Leiden am "dauernden Widerspruch zwischen der Produktion und der Materialwirtschaft" schweißte ebenfalls zusammen, der Zwang, improvisieren zu müssen.

Wer in der Glasindustrie beschäftigt war oder die dort hergestellten Produkte schätzt, wird sich zudem an den Skizzen und Fotos von den Gläsern erfreuen. Hingucker sind zum Beispiel die feinen Gravuren Heinzels. Porträts von Marx oder Lenin hat er genauso auf Glas gebannt wie Hirsch und Wildschwein.

Die Publikation "Glasdesigner, Glasmacher, Glasgraveur" kostet zehn Euro und ist im Glasmuseum erhältlich.

Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, vom 25.05.2013


© Förderverein Glasmuseum Weißwasser e.V.
E-Mail: info@glasmuseum-weisswasser.de
Aktualisierung: 30.05.2013


 

Porträts und Fotos aus der Welt der Glasmacher. Das neue Heft in der Schriftenreihe des Fördervereins.
Foto: D. Preikschat