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Sie ändern die Zukunft Weißwassers
Die dreitägige Projektwerkstatt hat Experten und Engagierte zusammengebracht. Jetzt werden Konzepte erarbeitet, die ohne viel Geld Probleme lösen.

Von Rolf Ullmann

 



Alle Teilnehmer sowie die Moderatoren der Zukunftswerkstatt stellen sich in den Teluxsälen zum Abschluss der mehrtägigen Veranstaltung der Kamera. Hinter ihnen befindet sich die Ideenlandkarte.
Wenn eine Stadt Schwerpunkte ihrer künftigen Entwicklung abstecken will, wird oft ein Marketingunternehmen damit beauftragt. Oder ein Spezialistenteam. Oder auch Experten von Amts wegen. Davon gibt es viele – und sie kosten vor allem viel Geld. Doch aus den jüngsten Projekten zur Analyse des Ist-Zustandes und der Potenziale der Stadt hat sich eine neue Herangehensweise durchgesetzt. Die Stadt Weißwasser hat also eine dreitägige Ideenwerkstatt einberufen. Die Ideen, die Kreativität, die Wünsche und Vorstellungen ihrer Bürger sind hierbei gefragt – um den Weg der Glasmacherstadt in die Zukunft abzustecken. Das ist nicht weniger kreativ, als Vorschläge aus Spezialistenteams, aber hier sind Bezahlbarkeit, das richtige Maß und die Wertschätzung der Heimat wichtige Komponenten. Die Bezahlungsfrage der Protagonisten steht nicht im Vordergrund, auch wenn eine Zukunftswerkstatt nicht umsonst zu haben ist. Unter dem Motto „WSW, Wir sind Weißwasser“ sind die Teilnehmer angetreten, um praktikable Lösungen zu finden. Ziel: Stadt und ihr Umfeld noch lebenswerter und attraktiver für Bürger gestalten. Wie weiter mit dem Tourismus, was soll für und mit der Jugend in der Stadt getan werden, wodurch soll Weißwasser vermehrt Investoren anlocken und welche kulturellen und sportlichen Veranstaltungen sollen das Leben der Bürger auch künftig bereichern.

Eine Vorbereitungsgruppe unter der Leitung von Oberbürgermeister Torsten Pötzsch bringt den Stein schließlich ins Rollen. 150 Bürger verschiedener Altersgruppen, Vertreter von Vereinen, aus der Wirtschaft, Bürgerinitiativen, der Feuerwehr und anderen Bereichen erhalten eine Einladung zu dieser dreitägigen Veranstaltung in den Teluxsälen. Über 80 Frauen, Männer und Jugendliche sind es schließlich, die darüber debattieren, wo drückt Weißwasser gegenwärtig der Schuh und wohin soll die Reise gehen, damit sich die Bürger in der Stadt und deren Umland künftig noch wohler fühlen können. „Wir waren zunächst noch etwas skeptisch ob die Teilnehmer vom Freitagvormittag bis zum Sonntagnachmittag zur Stange halten würden. Doch sie haben es getan und dafür gebührt ihnen Respekt“, sagt der Oberbürgermeister zum Finale am Sonntag.

Solche eine große Veranstaltung kostet natürlich auch eine gehörige Summe an finanziellen Mitteln. Doch woher diese nehmen? Weißwasser bewirbt sich schließlich um Fördermittel aus dem Bundesprogramm „Zusammenhalt durch Teilhabe“. Dieses Programm ist eigentlich auf die Unterstützung von Vereinen und Bürgerinitiativen zugeschnitten. Das Konzept der Zukunftswerkstatt überzeugte augenscheinlich jedoch die Verantwortlichen für das Programm und so floss ein nicht unbeträchtlicher Teil des benötigten Geldes in die Kasse der Stadt.

Um den professionellen Charakter zu erreichen, muss es natürlich auch Profis mit an Bord geben. Nicht wie in anderen Städten wird so eine Konferenz nur durch Experten besucht und bestritten – hier moderieren die Profis nur. Kristina Nauditt und Gerd Wermerskirch, Mitarbeiter des Berliner Unternehmen Argo übernehmen diese schwierige Aufgabe. Sie steuern das Schiff an allen drei Tagen sicher durch alle Untiefen und mitunter auch durch stürmischeres Fahrwasser während der Beratungen. „Wir haben hier eine Atmosphäre der gegenseitigen Achtung und des Miteinanders erlebt, auch wenn die Meinungen in den einzelnen Projektgruppen doch hin und wieder ein ganzes Stück auseinandergingen“, sagt Kristina Nauditt.

Neun Projektgruppe bilden sich schließlich im Verlauf der Zukunftswerkstatt. Wer sich welcher Gruppe dabei anschließt, entscheidet jeder für sich ganz allein. So sind die einzelnen Gruppe dann auch zahlenmäßig sehr unterschiedlich zusammengesetzt.

An den Projekten Willkommenskultur der Stadt, Tourismus und Jugend arbeiten besonders viele Visionäre mit. Nicht zu unterschätzen sind auch die zahlenmäßig kleineren Gruppen, die sich die Zukunft des Volkshauses, der freiwilligen Feuerwehr, die Erhaltung zahlreicher Industriedenkmäler, das Glasmuseum sowie die Etablierung einer internationalen Sportakademie auf die Fahnen geschrieben haben.

In den nächsten Wochen und Monaten werden sich die Projektgruppen noch mehrmals treffen. Denn die Zukunftswerkstatt hat den Prozess erst einmal angeschoben. Am Laufen wird er nun durch die Projektgruppen gehalten. Am 14.November finden sie sich erneut zusammen, um eine Zwischenbilanz zu ziehen.

Quelle: Sächsische Zeitung,  Ausgabe Weißwasser, vom 25.06.2013


© Förderverein Glasmuseum Weißwasser e.V.
E-Mail: info@glasmuseum-weisswasser.de
Aktualisierung: 15.06.2013


 

Alle Teilnehmer sowie die Moderatoren der Zukunftswerkstatt stellen sich in den Teluxsälen zum Abschluss der mehrtägigen Veranstaltung der Kamera. Hinter ihnen befindet sich die Ideenlandkarte. Auf dieser haben die Teilnehmer die wichtigsten Themen, Probleme und Lösungsansätze für ihre Beratungen festgehalten.
Foto: R. Ullmann