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Glas lockt Touristen nach Weißwasser
Ein neues Pauschalangebot der Marketinggesellschaft Oberlausitz für Busreisende verbindet die Industriegeschichte der Stadt und das Einkaufen im Werksverkauf von Stölzle-Glas.

Von Thomas Staudt


Die Stadt Weißwasser taucht in dem neuesten Angebotskatalog für Reiseveranstalter, Busunternehmen und Vereine der Marketinggesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien MGO auf. Die Tagesreise umfasst einen Eintritt ins Glasmuseum, ein Glasmacheressen im Hotel Prenzel, den Besuch des Werksverkaufs des Glasherstellers Stölzle und eine Fahrt mit der Waldeisenbahn Muskau in den Kromlauer Park. Auch wenn das Pauschalangebot von der in Bautzen beheimateten MGO kommt, in der die Kreise Görlitz und Bautzen gemeinsam mit der Stadt Hoyerswerda werben, stammt der Anstoß aus der Glasstadt. Dahinter stecken Weißwassers Tourismuswerbe-Ikone Verona Gröschner und der Vertriebsleiter von Stölzle-Glas, Klaus Völkner. Gröschner wird die Tour als „Glaskalfaktor“ in historischer Kostümierung begleiten. „Über die kurze Geschichte von Weißwasser lassen sich so lange und schöne Episoden erzählen“, nennt sie nur einen Grund für die Initiative. Zum Beispiel die vom Dachhasen, den sich die Glasmacher in Notzeiten über den Feuern der Fabriken brieten. Mit einem Hasen hatten die erlegten Tiere aber wenig gemein, aber dafür ihr siebtes Leben definitiv ausgehaucht. Eine der zahlreichen Geschichten rankt sich um eine Neuentwicklung von Glasgraveur Georg Werlich. Er designte sechs Motive für eine Glasserie. Sie zeigen Gravuren des „Teufels Alkohol“ mit sich veränderndem Gesichtsausdruck von verärgert bis gelöst. Verona Gröschner hat die Geschichten dazu frei erfunden, erzählt sie aber so lebendig, als gehörten sie immer schon zum Volksgut.

Der Titel des Busangebots „Feuer, Sand und Fantasie“ ist nicht zufällig an den Slogan „born in fire“ (im Feuer geboren) des eigentlich in Österreich beheimateten Glasproduzenten Stölzle angelehnt. Stölzle finanziert den Eintrag im MGO-Katalog „Gruppenreisen in der Oberlausitz 2013/ 2014“. Im Gegenzug hofft Klaus Völkner auf neue Marketingimpulse für den Werksverkauf. Der Absatz des im Herbst 2009 eröffneten Ladens läuft konstant und mit den im Einzelhandel üblichen Aufs und Abs. Momentan ist Sommerloch. Die verkaufsstarken Zeiten liegen vor Weihnachten und Ostern, aber auch vor Pfingsten und Wochenenden mit Brückentag, wenn Einheimische oder Exil-Weißwasseraner auf Heimatbesuch nach Geschenken oder Mitbringseln suchen. „Der Werksverkauf funktioniert gut. Aber etwas mehr Kontinuität kann nicht schaden“, sagt Klaus Völkner.

Wenn es in der Diskussion um Zukunftsbranchen für die Region ausnahmsweise nicht um Braunkohle oder Kupfer geht, werden dem Tourismus die größten wirtschaftlichen Potenziale eingeräumt. Aber diese Vision hat einen Haken. Außer Plänen oder Absichten gibt es kein Gesamt- und nur einige Detailkonzepte. In die Zukunftsvisionen um die Gartenträume zur Internationalen Gartenbauausstellung IGA 2027 oder das etwas konkretere Projekt „Eiszeitdorf Krauschwitz“ platzt jetzt dieses ganz reale Tourismusangebot.

Ob das Busangebot ankommt? Ein Indikator könnte die erste Buchung sein. Sie erfolgte sozusagen postwendend. Kaum war der Katalog pünktlich zum RDA Workshop, der größten Leitmesse für Gruppenreisen in Europa in der vergangenen Woche in Köln draußen, ging auch schon die erste Buchung ein. Wenn es nach Georg Werlich, Verona Gröschner und Klaus Völkner geht, der Anfang einer langen Erfolgsgeschichte.

Quelle: Sächsische Zeitung, Ausgabe Weißwasser, vom 25.07.2012


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E-Mail: info@glasmuseum-weisswasser.de
Aktualisierung:
25.07.2012


 

Vermitteln Weißwasseraner Glasgeschichte von den Anfängen bis in die Gegenwart: Glasgraveur Georg Werlich, „Glaskalfaktor“ Verona Gröschner und Klaus Völkner, Deutschland-Vertriebsleiter von Stölzle-Glas (von links).
Foto: A. Schulze