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Wie Holz und Glas zusammenfanden
Der Pecherner Künstler Gerd Hallaschk wird heute 70

VON THORALF SCHIRMER


Am heutigen Dienstag feiert der Maler, Grafiker und Kunsterzieher Gerd Hallaschk, Mitglied der regionalen Künstlergruppe „Die Vier“, seinen 70. Geburtstag. 1940 in Köbeln bei Muskau geboren, lebt und arbeitet er heute in einer ehemaligen Mühle in Pechern, einem Platz mitten im Grünen, in Sichtweite des Neißeufers, geeignet für lange Spaziergänge mit dem Hund und für die Zwiesprache mit der Natur, die in vielen seiner Bilder nachklingt.
 
Hallaschk gelingt es, den Betrachter mit impressiven Rasenstücken zu fesseln, in denen Gräser, Kräuter und Blumen im wilden Chaos doch eine größere Ordnung ahnen lassen, in die sie sich fügen; er widmet sich dem Stamm eines Baumes mit geradezu meditativer Aufmerksamkeit und Genauigkeit, fängt die Weite und das Farbenspiel eines Bergpanoramas auf eine Weise ein, die Sehnsucht nach der Ferne weckt.

Eine Hallaschk-Personal-Ausstellung wird es im 70. Lebensjahr des Künstlers in der Region zwar nicht geben, seiner Arbeit kann man aber dennoch begegnen.

In seinem früheren Wohnort Weißwasser zum Beispiel findet man die Eichenholzskulptur eines Glasbläsers. Sie steht vor der Villa des Glasmuseums in der Forster Straße und gehört zu jenen figürlichen Denkmalen, die jetzt auch in einem Buch zusammengefasst werden, das in Regie der Denkmalskommission und des Fördervereins Glasmuseum Weißwasser entsteht (die RUNDSCHAU berichtete).

Enstanden ist die Plastik bei einem Bildhauersymposium im Jahr 1989 in Weißwasser. Gerd Hallaschk hatte drei Jahre zuvor eine Zusatzausbildung an einer Spezialschule für Schnitzen und Holzgestaltung in Leipzig abgeschlossen und sich zum Zirkelleiter für Holzgestaltung weitergebildet.

„Das Symposium hat etwas über eine Woche, vom Samstag bis zum Sonntag des darauffolgenden Wochenendes, gedauert. Gearbeitet haben wir in der Station Junger Naturforscher und Techniker. Das Eichenholz wurde aus dem Tagebauvorfeld geholt, und die Forstwirtschaft stellte uns einen Mann mit Kettensäge zur Verfügung“, erinnert sich Hallaschk.

Die Entwürfe für ihre späteren Arbeiten hatten die Künstler in Form kleiner Keramiken vorgefertigt, bevor es dann tatsächlich an die Holzstämme ging. Der von Gerd Hallaschk könnte mit 3,10 Metern Höhe und etwa 1,10 Metern Durchmessern schon der größte gewesen sein, schätzt er: „Ich habe auch ein bisschen länger gebraucht als die anderen und auch nach dem Symposium an den Wochenenden noch weitergearbeitet.“

Schon zuvor habe er in den Glaswerken in Weißwasser ausreichend Gelegenheit für Studien gehabt, so Hallaschk. Auf mehr abstraktere Weise habe er in der Skulptur, die die Form eines umgekehrten Tropfens hat, versucht, das kraftvolle Blasen des Glases und das Drehen der Glasmacherpfeife darzustellen. Die Tropfenform kehrt im Glas, das dabei entsteht, noch einmal wieder.

Nicht ganz im Sinne des Künstlers war es, dass seine Glasbläserskulptur später, in bester Absicht des Glasmuseum-Fördervereins, noch einen schwarzen Anstrich erhielt.

Wäre sie wie die meisten anderen Arbeiten aus dem Bildhauersymposium an ihrem ursprünglichen Standort am Boulevard in Weißwasser verblieben (sie musste wegen der Reparatur eines darunter liegenden Schachtes weichen), dann hätte sie heute wie diese dieschöne, silbrig glänzende Patina des Eichenholzes.

Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, vom 26.01.2010


© Förderverein Glasmuseum Weißwasser e.V.
E-Mail: info@glasmuseum-weisswasser.de
Aktualisierung:
26.01.2010


 

Gerd Hallaschk mit einem Bild des Scalettapasses bei Davos
Foto: LR-Archiv/Schirmer
Diese Plastik vor dem Glasmuseum hat Gerd Hallaschk 1989 geschaffen.
Foto: A. Brinkop