Lausitzer Glas? Glas aus Weißwasser?
G
lasmuseum Weißwasser !

Museum

Service

Industrieansiedlung:
 Viel Bewegung auf Telux-Gelände in Weißwasser
Ein Einblick in das Neu- und Altwerk zeigt, welche Strategie die Eigentümer für die Zukunft des Weißwasseraner Traditionsgeländes haben.

Von Christian Köhler


Andreas Nelte ist den vergangenen Wochen gefragt. Der Geschäftsführer der Telux GmbH in Weißwasser bietet Platz. Platz für neue Gewerbe und Industrien. Und tatsächlich gibt es eine Vielzahl von Anfragen: „Wir haben auf dem Neu- und Altwerk Platz von rund 150 000 Quadratmeter Industrieansiedlungen“, sagt er.
Vorerst keine große Industrieansiedlung

Gerüchte, es gebe eine größere Industrieansiedlung auf dem Gelände des Neuwerkes in Weißwasser, dementiert er: „Wir produzieren dort rund 55 000 Tonnen Spezialrohstoffgemische“, erklärt Andreas Nelte. Die Gemische werden an die optische Industrie, die Automobilindustrie oder an den Glas- und Schmuckhersteller Swarovski nach Österreich geliefert. Auch kleinere Manufakturen, so genannte Glasveredler, werden beliefert.

Im Altwerk an der heutigen Straße der Einheit werden kleinere Mengen an Gemischen für den medizinischen Bereich, etwa für den Zahnersatz, gefertigt. „Wir entwickeln gemeinsam mit dem Kunden Gemische für dessen individuelle Ansprüche“, berichtet Andreas Nelte. In den vergangenen Jahren sind so insgesamt 19 neue „Gläser“, also Rohstoffgemische für technisches Glas, entstanden.

Für das gesamte einstige Osram-Werk in Weißwasser gibt es für die Entwicklung eine zweigleisige Strategie. „In Sachen Neuwerk legen wir das Augenmerk auf die Frage, wie die vorhandenen Immobilien für die Tradition der Glasherstellung neu genutzt werden“, so der Geschäftsführer. Während man in den vergangenen Jahren darauf gesetzt hat, große Investoren an Land zu ziehen oder sich zu fragen, für wen man alles Gemische produzieren kann, hat es hierbei jedoch einen Strategiewechsel gegeben: „Unser Plan ist, dass wir vom Endprodukt her denken“, so Andreas Nelte.

Transportwege kurz und Energiekosten klein halten

Heißt: Gibt es ein kleines Unternehmen, was bislang eine große Rohstoffmenge nicht benötigt und lieber Bestandteile zukauft, auf die will man zugehen. „Es geht darum, für das fertige Produkt möglichst alle Zutaten vor Ort zu herzustellen, sodass sich Kostenersparnisse ergeben“, erklärt Andreas Nelte. Dazu aber müsse zunächst der Hersteller eine gewisse Größe erreichen, so dass auch genügend Rohstoffe benötigt werden. „Und genau dabei wollen wir in Schritten helfen“, sagt der Telux-Geschäftsführer. Ziel ist es, Transportwege kurz und Energiekosten klein für einen neuen Hersteller zu halten. Damit steht die eigentliche Glas- und Gemengeproduktion erst an dritter Stelle.

Das nämlich senke auf der anderen Seite das Risiko für die Telux selbst, im Grunde Rohstoffgemische herzustellen und wenn der mögliche Käufer absagt, auf den Herstellungs- und Materialkosten sitzen zu bleiben. „Mit großen Konzernen wie Philipps oder Osram hatten wir in den vergangenen Jahren nicht gute Erfahrungen gemacht“, erinnert sich Andreas Nelte.
Vermietung im Altwerk der Telux

Ganz anders ist die Strategie bei der Entwicklung des 1898 erbauten Altwerkes an der Straße der Einheit. Hier ist bereits kräftig in den Bestand investiert worden, um einerseits neue Mieter anzuziehen und andererseits Fixkosten zu decken. „Allein in die Dachsanierung haben wir rund 150 000 Euro in den vergangenen zwei Jahren gesteckt“, erklärt Andreas Nelte. Weitere 50 000 Euro sind in neue Fenster investiert worden. Mit insgesamt 16 Mietern – darunter der Landkreis Görlitz, die Agentur für Arbeit oder das Soziokulturelle Zentrum – sind bereits Erfolge erzielt worden.

Stadtpolitik: Braucht Weißwasser mehr Industrieflächen?

Auf den Dächern des Industriebaus sind zudem Flächen für Solaranlagen verpachtet worden. Auch werden Wohnungen wieder erneuert, die im vergangenen Jahrhundert schon als solche genutzt wurden. „Es ist eine interessante Zeit und wir bieten vielerlei Lösungen für unsere Mieter“, berichtet der Geschäftsführer.

So werden etwa Hallen individuell vermietet. Unter einem Dach haben so drei Firmen Lagerkapazitäten erhalten, die schnell und effizient zu vergrößern oder zu verkleinern gehen. „Die einstige Werkstischlerei ist inzwischen auch wieder eine Tischlerei“, freut sich Andreas Nelte. Die Holzschmiede Gallinchen von Matthias Möbus ist hier ansässig.

„Insgesamt geht es darum, in der Telux einen Platz zu bieten, wo sich Prodzierende ausprobieren können“, sagt der Geschäftsführer. Besonders dankbar sei er zudem dem Feuerwehr-Historikerverein in Weißwasser, die ebenfalls eine Halle nutzen und immer dafür sorgen, dass nur die auf dem Gelände sind, „die auch hier her gehören“.

Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, vom 26.03.2020


© Förderverein Glasmuseum Weißwasser e.V.
E-Mail:
info@glasmuseum-weisswasser.de
Aktualisierung: 17.04.2020


Gemengehaus der Telux
 
 
 
.