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Weißwasser hat erstmals ein Ortschronisten-Duo

Von Sabine Larbig
 


Lutz Stucka und Rita Driver befassen sich ehrenamtlich mit der Stadtgeschichte und verhelfen historischen Daten ins Digitalzeitalter.

In Schleife und Trebendorf warten die Menschen gespannt auf das Erscheinen ihrer Ortschroniken. Auch in Weißwasser wird mit Hochdruck an einer Stadtchronik gearbeitet. Hier kommt sie jedoch nicht – wie in den Umlandgemeinden – in Buchform heraus. 460 Jahre Stadtgeschichte würden einen solchen Rahmen sprengen. Vielmehr ist es Aufgabe des neu bestellten Ortschronisten Lutz Stucka und seiner Assistentin Rita Driver, dem in Archiven gesammeltem Material – bestehend aus unzähligen handschriftlichen Dokumenten, Fotografien, Ablichtungen und Zehntausenden Zeitungsausschnitten – den Sprung ins digitale Zeitalter zu ermöglichen. Ziel in Weißwasser ist es, eine über Computer zugängliche Ortschronik zu erstellen, die der Beantwortung von Bürgeranfragen dient und gleichzeitig Arbeitsinstrument für Stadtverwaltung und Ortschronisten ist.

Eine Aufgabe, die möglicherweise Jahre dauert – obwohl die Stadt erstmals zwei Personen mit der ehrenamtlichen Chronikerstellung betraut und vorerst nur Unterlagen von 1945 bis zur Gegenwart digital erfassen lässt. Beides habe, laut Karl-Heinz Melcher von der Stadtverwaltung, Gründe. Zum einen sei die anstehende Arbeit für eine Person eine zu große Belastung. Zum anderen, so der Amtsleiter weiter, gebe es für Zeiten vor 1945 nur wenige Interessentenanfragen. „Sicher kommen wir langfristig nicht umhin, alle Unterlagen aus historischem Archiv und Verwaltungsarchiv digital zu sichern. Doch vorerst wollen wir vor allem unseren Bürgern höheren Service bieten und konzentrieren uns daher auf die letzten 67 Jahre Stadtgeschichte“, so Melcher. Wer zu anderen Zeiträumen oder Spezialgebieten recherchiere, müsse sich weiterhin persönlich in die Archive der Stadt begeben und Akten wälzen.

Schon bald leichter und schneller werde durch die Erstellung der digitalen Chronik nach Stich- und Sachworten samt Quellenangaben dagegen die Suche für Abiturienten und Studenten, Denkmalschützer, Architekten, Lehrer und Privatpersonen. Bislang, weiß Lutz Stucka, hätten sie sich beim Finden von Quellen auf das Erinnerungsvermögen der Ortschronisten an Archivdokumente verlassen müssen.

„Dadurch, dass wir nun alle Daten, Fotos und Dokumente nach Tagen und Jahren geordnet in den Computer eingeben, alles vernetzen und auf einem Spezialserver sichern, hat in Zukunft im Rathaus jedermann auf Anfrage einen Zugang zu allgemeinen Informationen aus der Stadtgeschichte“, erläutert Lutz Stucka. Während er sich als Nachfolger des im Februar verstorbenen Ortschronisten Karl-Heinz Schmiedel künftig intensiv mit der 460-jährigen Stadtgeschichte und ihrer weiteren Erforschung befasst, widmet sich Rita Driver der aufwendigen Digitalisierung historischer Fakten. „Als beruflich erfahrene Datenerfasserin macht mir das Spaß. Außerdem bin ich sehr heimatverbunden und geschichtsinteressiert, weshalb ich auch stolz auf das mir übertragene Ehrenamt bin“, so die Weißwasseranerin.

Gestern erhielten Driver und Stucka von Oberbürgermeister (OB) Torsten Pötzsch rückwirkend zum 1. September 2012 ihre offiziellen Bestellungsurkunden. Damit das erste Chronisten-Duo der Stadt seinen Aufgaben gerecht werden kann, so Pötzsch, stehen Arbeitsplätze samt Technik im Rathaus und im historischen Archiv zur Verfügung. Außerdem zahle die Stadt beiden Chronisten „eine geringe“ Aufwandsentschädigung.


Quelle: Sächsische Zeitung, Ausgabe Weißwasser,  vom  26.09.2012


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Aktualisierung:
26.09.2012


 

Sie arbeiten bei der Aufarbeitung der Stadtgeschichte künftig Hand in Hand: Ortschronist Lutz Stucka und Assistentin Rita Driver.
Foto: sl