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Was von den Glashütten geblieben ist
Der Museumsverein erinnert an einen Industriezweig, der Bischofswerda mehr als 120 Jahre prägte. Heute gibt’s nur eine Brache. Doch die hat Potenzial.
 


Geich hinterm Güterbahnhof erinnert eine Industriebrache an die Bischofswerdaer Glasindustrie. Bis zum Jahr 1992 wurden im Beleuchtungsglaswerk dekorative Lampen und Leuchter hergestellt – dann gingen in der Fabrik die Lichter aus. Das Areal verfiel. Die meisten Gebäude wurden später abgerissen. Was jetzt noch da ist, steht unter Denkmalschutz.

Die Fläche wäre ideal, um neues Gewerbe anzusiedeln, zumal das Grundstück über einen Gleisanschluss verfügt. Potenzielle Investoren hätten in den vergangenen Jahren schon nachgefragt, sagte Oberbürgermeister Holm Große (parteilos) im vergangenen Jahr in einem SZ-Gespräch. Doch aufgrund der nahen Wohnbebauung gelte das Gelände als „Mischgebiet“. Das heißt: Künftiges Gewerbe muss unter anderem wegen des Lärmschutzes ins Umfeld passen. Zugleich sieht der OB Potenzial: „In zehn, 15 Jahren“ werde der Gleisanschluss „goldwert“ sein. Allerdings müsse die Politik dafür die richtigen Weichen stellen.

Für Hautbedürfnisse gilt dasselbe wie für Beziehungen oder Arbeitssituationen: Die richtige Balance sorgt für langfristiges Wohlbefinden. Charlotte Meentzen hat schon damals verstanden, dass schöne Haut am erfolgreichsten zusammen mit dem Geist gepflegt wird.
Vortrag zur Geschichte

An die Geschichte der Glasindustrie in Bischofswerda, die im Jahr 1865 auf einem Grundstück an der Hohen Straße gegenüber dem Bahnhof begann, erinnert der Museums- und Geschichtsverein der Stadt am 2. März im Rahmen seiner Vortragsreihe zur Regionalgeschichte. „Die Glasindustrie prägte 127 Jahre lang unter anderem die Industriekultur Bischofswerdas als starke Wirtschaftskraft und war zugleich Erwerbsgrundlage für Hunderte Einwohner der Stadt“, begründet der Vereinsvorsitzende Eberhard Lehnert die Themenwahl. Mit Wort und Bild soll auf das Entstehen, Wirken und die Geschichte der Glasindustriebetriebe zurückgeblickt werden.

Die Ursprünge der Glasindustrie in Bischofswerda gehen auf den Gastwirt und Händler Samuel Friedrich Hammermüller zurück, der im Jahr 1865 gegenüber dem Bahnhof die „Christian Friedrich Tafelglas-Hütte“ gründete. Ab 1876 pachteten die aus Friedrichshain bei Bad Muskau stammenden Gebrüder Eibenstein diese Glashütte und ließen sie später hinter dem Bahngelände an der Belmsdorfer Straße erweitern – eben das Gelände des späteren Beleuchtungsglaswerkes.
Viele alte Akten gefunden

Als Mitarbeiter einer Beschäftigungsgesellschaft im Jahr 2009 das Betriebsgelände an der Belmsdorfer Straße beräumten, fanden sie zahlreiche Akten aus den Jahren 1900 bis 1920, die die Geschäftsbeziehungen der Firma „Gebr. Eibenstein G.m.b.H. Glashüttenwerke“ belegten. Dass sie nicht nur deutschland-, sondern europaweit im Geschäft war, wusste man bereits zuvor. Mit dem gefundenen Archiv lässt sich jedoch nicht nur das belegen. Dokumentiert wurden darin auch Glaslieferungen des Bischofswerdaer Betriebes nach New York.

Der zweite größere Betrieb war die 1895 durch den Glasschleifermeister Gustav B. Sucker gegründete Fabrik zwischen Süßmilchstraße und Neustädter Straße. Nach dem Zweiten Weltkrieg gründete Karl Bunzel 1947 auf dem Gelände eine Glas- und Kristallschleiferei, die nach Bunzels Weggang in die BRD zum VEB Glasveredlung Bischofswerda wurde. In dieser Firma wurde die in Fachkreisen bekannte Bischofswerdaer Rose kreiert. Sie sollte zum Markenzeichen des Betriebes werden, der zum großen Teil für den Export arbeitete und der DDR Devisen brachte. Auch dieser Betrieb lieferte in die USA. (SZ)

Die Veranstaltung zur Geschichte der Glasindustrie in Bischofswerda ist öffentlich. Sie findet am 2. März, 19 Uhr im Hotel „Evabrunnen“ am Markt statt. Der Eintritt ist frei. Der Museums- und Geschichtsverein bittet um eine Spende zum Erhalt von Denkmalen in der Stadt.

Quelle: Sächsische Zeitung, Ausgabe Bischofswerda, vom 27.02.2020


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Aktualisierung: 08.03..2020


Das Gelände des ehemaligen Beleuchtungsglaswerkes in Bischofswerda. Bis zum Jahr 1992 wurden hier hochwertige Lampen und Leuchter, größtenteils mundgeblasen, hergestellt.
© St. Unger
 
 
 
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