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Schweig-Nachfahren zu Gast in Weißwasser
Besucher-Programm und Diskussion mit Landau-Schülern über die Flucht der jüdischen Familie


Von DANIEL PREIKSCHAT


In der kommenden Woche sind die Nachfahren des Weißwasseraner Ehrenbürgers Joseph Schweig (1850-1923) zu Gast in der Glasmacherstadt. Shulemit Elad (54) ist die Urenkelin des jüdischen Glasfabrikanten, der in Weißwasser zahlreiche Glashütten gegründet hat.

Sie reist mit ihrem Mann Gabriel (54) sowie den Kindern Gil (28), Noam (26) und Shira (20) am Dienstag, den 30. August, an.

Shulemit Elads Vater ist Peter Schweig, der Sohn von Joseph Schweigs Sohn Bruno, der in den 1930er-Jahren nach London emigrierte. Peter Schweig ging ebenso wie seine Schwester Ingrid Kluger 1945 nach Israel. Sie lebt in Haifa und war bereits vor eineinhalb Jahren zu Gast in Weißwasser. Peter Schweig (88) lebt in Jerusalem und kann aus Altersgründen nicht mehr in die Heimatstadt seiner Vorfahren reisen.

Die Familie ist bis zum 1. September auf Einladung des Vereins „Zukunft gestalten – ohne zu vergessen“ in Weißwasser zu Gast. Vorstandsmitglied Werner Schubert hat als profunder Kenner der jüdischen Geschichte der Region die Biografie des Glasfabrikanten Joseph Schweig geschrieben und maßgeblich dazu beigetragen, dass dieser als erster Ehrenbürger der Stadt geehrt wurde. Er steht seit Langem in Kontakt mit den Schweig-Nachkommen.

Am Dienstag Nachmittag wird Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) und mehrere Stadträte die Besucher aus Israel im Rathaus begrüßen. Mittwoch besuchen die Schweig-Nachfahren Stätten in Weißwasser, die mit dem Wirken ihres Vorfahren in Verbindung stehen. Spannend dürfte am Mittag eine Diskussion mit Schülern des Landau-Gymnasiums über die Flucht der jüdischen Familie aus Deutschland und die Lage in Israel werden.

Joseph Schweig übernahm Ende des 19. Jahrhunderts mehrere marode Kohlegruben und Glashütten, die er zum Erfolg führte. 1899 gründete er die „Neuen Oberlausitzer Glashüttenwerke Joseph Schweig & Co.“, die 1920 im Osram-Konzern aufgingen. Die von ihm gegründeten Hütten bestanden ebenfalls weiter, sodass kurz nach 1900 nirgendwo sonst in Europa mehr Glashütten in Betrieb waren als in Weißwasser. Schweig war außerdem kommunalpolitisch aktiv und gründete in der Stadt die erste freiwillige Feuerwehr.

Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser  vom 27.08.2011ews290411.htm


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Aktualisierung: 29.08.2011


 

Joseph Schweig.