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Ansprache anlässlich der Eröffnung der „Grossen Teddy-Ausstellung“ im Glasmuseum Weißwasser

VON HANNS SCHAEFER


Erneut tritt das Glasmuseum mit einer Sonderausstellung an die Öffentlichkeit. Es ist wieder Vorweihnachtszeit und damit Spielzeugzeit und folglich auch Teddybärenzeit. Nach wie vor gehört der Stoffbär zum beliebtesten und weitest verbreiteten Spielzeug. Über viele Jahre begleitet er gleichermaßen Jungen und Mädchen, manchmal sogar lebenslang und nicht wenige Stücke werden zum Erbstück. Willig und ohne Murren spielt der knuddlige Geselle alle ihm zugedachten Rollen: Als ständiger Begleiter bei Tische und gelegentlicher Verkoster der Mahlzeit, im Bettchen, als Talismann, auf Reisen, als verschwiegener Beichtvater, als stummer, aber nichts weniger als nachhaltiger und lieber Tröster bei Krankheit und als Begleiter auf Roller, Dreirad und Fahrrad. Daneben hat er noch die Eigenschaft ewiger Jugend, er wird zwar älter und trägt mit der Zeit seine Gebrauchsspuren, aber niemals ist er alt. Es würde von großem Ungeschick der Eltern zeugen, würden sie zu ihrem Kind sagen: „Dein Teddy ist nun alt – den schmeißen wir weg und kaufen einen neuen!“ Nein, niemals darf das passieren!  

Glücklicherweise ist heute der Fall der häufigere, dass das zum Erwachsenen heranreifende Kind seine Neigung und Zuneigung behält und sich einreiht in die Truppe der Sammler. Es darf uns auch nicht verwundern, dass die Zahl der Museen auf diesem Gebiet wächst. Aber, nicht wahr, so richtig Spass macht dieses Hobby erst dann, wenn draußen in der großen Welt Frieden herrscht und kein Krieg Landschaft und Familienbesitz und die Familien selber vernichtet. Vor über 60 Jahren nahmen damals viele Kinder ihren Teddybär als einziges Spielzeug mit in den Luftschutzkeller und auf Flucht und Vertreibung.  

Wir heutigen dürfen uns darüber freuen, wie unbefangen unsere Kinder bzw. Kindeskinder mit ihren Bärenkindern zärteln und diese lieb haben. Dankbar dürfen wir auch jenes Neffen der MARGARETE STEIFF gedenken, der kurz nach 1900 seine Tante bat, solche kleine Stoffbären zu nähen, um sie als Muster  auf der Leipziger Messe zu zeigen. Anfänglich verlief dieses Geschäft nur schleppend, doch dann kam ein Blitzschlag! Ein Einkäufer aus den USA orderte 10000 Stück!!. Auch heute noch muss man sagen, dass der Stoff-, Plüsch- oder Mohair-Bär seinen Ruhm der Geschäftsfrau Margarete Steiff und ihrer noch heute existierenden Firma verdankt.  

Wie ist das aber mit seinem Namen, dem „TEDDY“? Der geht zurück auf den berühmten US-Präsidenten F. D. Rossevelt. Dieser fungierte einst als Schlichter und Gutachter in einem Grenzstreit zweier Südstaaten, Lousiana und Missisippi. Rossevelt konnte beide Parteien zufrieden stellen und die Fehde beenden. Die Parteien veranstalteten zu Ehren Rossevelts, der ein gewaltiger Jäger vor dem Herrn war, eine Bärenjagd. Aber … kein Bär lief vor die Gewehrläufe! Mit Südstaaten-Mentalität holten die Veranstalter einen Jung-Bären, den sie an einen Baum banden. Nun, ein Stück Jungwild, angebunden, mit einem Aufsetzer abknallen, das tat sich Rossevelt nicht an, das ist Jagdfrevel! Er ließ das als Ersatz für mangelndes Jagdglück gedachte Tier frei und hatte damit eine Begebenheit, die weltweit bekannt wurde und dafür sorgte, dass sich der Kosename des Präsidenten, „TEDDY“, künftig mit dem kleinen Bären verband.  

Und die Beliebtheit des Teddys resultiert wohl aus uralten Denk- und Verhaltensmustern der Gattung Mensch in den waldursprünglichen Naturreligionen. In besonders schwierigen Kreuzworträtseln machen wir damit heute noch Bekanntschaft; wir lesen „Bärenkult der japanischen Ureinwohner (zwei Wörter)“. Die Lösung heißt „AINU AMAPPO“. Im Deutschen gibt es aber dafür drei großräumige Objekte am Sternenhimmel, als Ehrenbezeigung:  

  • Großer Bär
  • Kleiner Bär
  • Bootes, der Bärentreiber

Heute und hier gibt es nun die Begegnung mit vielen Bären und Bärchen und mir ist es nicht möglich, alle Ausleiher zu nennen. Besonders danken wir  

  • Dem Handwerks- und Gewerbemuseum Sagar
  • Der Firma Teddy-Martin Sonneberg
  • Frau Simone Pietsch Weißkeißel

und vielen, vielen ungenannt bleibenden Privaten.  

Auch den fleißigen Bärenmuttis und Bärenvatis vom Glasmuseum sei für ihre opulente Präsentation gedankt.  

Ihnen danke ich für Ihr Erscheinen und für Ihre Aufmerksamkeit.

Quelle: Glasmuseum Weißwasser,  29.11. 2009; veröffentlicht auch in der Weihnachts-Rundschau der Lausitzer Rundschau vom 24.12,2009, S. 4


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Aktualisierung:
25.12.2009


 

Foto: Th. Schirmer