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Drei neue Arsall-Vasen finden nach Hause
Arnim Haenelt aus Weißwasser sammelt dafür Spenden / Kunstwerke von Privatleuten ans Glasmuseum überreicht

Von GABI NITSCHE


Für große Freude hat gestern Arsall-Liebhaber Arnim Haenelt im Glasmuseum gesorgt. Der Weißwasseraner übergab drei historische Arsall-Vasen, die zwischen 1918 und 1921 in Weißwasser entstanden sind. Um diese Kunstwerke von den ursprünglichen Eigentümern zu erwerben, sammelte Haenelt Spenden. Knapp 2500 Euro machten den Kauf möglich.

Der 63-jährige Arnim Haenelt reist gern durch Deutschland. Und egal, in welchem Städtchen er unterwegs ist, sind Antik-Geschäfte sein Ziel. So auch in Oldenburg. "Dort bin ich auf eine Frau gestoßen, die sich auch für Glas interessiert hat. Ein Wort gab das andere . . ." So fanden sie heraus, dass auch deren familiäre Wurzeln in Weißwasser liegen. Und nicht nur das.

Der Liebhaber von Arsall-Designglas, der nicht beruflich aus der Glasindustrie stammt, sondern aus dem Baubereich, tauschte sich mit swe Oldenburgerin über diese spezielle Technik aus. Diese brachte handgefertigte farbige Überfanggläser mit Blumen- oder Landschaftsdekoren hervor. "Purer Zufall", freut sich Haenelt, "dass sie eine solche Vase besaß."

Auch in Hannover fand er Privatleute, die bereit waren, sich von einem solchen Kunstwerk zu trennen, damit es in der einstigen Heimat ihrer Eltern bewundert werden kann. Eben dort, wo das Arsall-Design in den Vereinigten Lausitzer Glaswerken Weißwasser zwischen 1918 und 1929 angewandt wurde.

Doch beim Glasmuseum in Weißwasser hob man die Hände. Das nötige Kleingeld fehlte für den Ankauf.

Arnim Haenelt gab nicht auf, startete eine Spendensammlung. Den Anfang machte er bei Stadtwerke-Chefin Petra Brünner. "Uns liegt es sehr am Herzen, dass die Tradition der Glasherstellung in all ihren Facetten bewahrt wird", begründet sie die finanzielle Unterstützung. Andere Spender schlossen sich an. Stolze 2420 Euro kamen in einem Vierteljahr zusammen. "Wobei das nicht so einfach war, denn es gibt ja viele Vereine, die genauso um Unterstützung bei Firmen und in Geschäften bitten", berichtet der Initiator.

Gestern nun war der feierliche Moment gekommen. Arnim Haenelt überreichte drei historische Arsall-Vasen an Horst Fasold, dem Vereinsvorsitzenden Glasmuseum. "Das ist eine wertvolle Ergänzung unserer vorhandenen Sammlung", freute sich dieser. Der Gründervater des Museums, Jochen Exner, sagte anerkennend: "Das ist einmalig, dass sich einer alleine um so eine Spende kümmert. Das gab es noch nie."

Schon in den nächsten Tagen sollen die drei neuen Errungenschaften in den Vitrinen in der ersten Etage des Glasmuseums ihren Platz finden. "Neben 30 anderen Arsall-Vasen und –Lampen in unterschiedlichen Formen, Größen, Farben und Dekoren", erklärt Museumsleiterin Elvira Rauch. Bei diesen gläsernen Schönheiten handelt es sich sowohl um Schenkungen als auch um Leihgaben und Ankäufe.

An den vor einhundert Jahren gefertigten Arsall-Kunstwerken orientiert sich aktuell Glasingenieur Gotthard Petrick in Bad Muskau. Mt moderner Technologie bearbeitet er speziell geschmolzenes, vierfaches Überfangglas individuell. Seine Werke in Zusammenarbeit mit verschiedene Designern zeigte auch das Glasmuseum mehrmals.
Gabi Nitsche

Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, vom 28.07.2016


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E-Mail:
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Aktualisierung:
28.07.2016


 

Arnim Haenelt (M.) weiht Stadtwerke-Chefin Petra Brünner in die Geheimnisse des Arsall-Designs ein. Vereinsvorsitzender Horst Fasold (l.) freut sich über die Schenkung, die die vorhandene Sammlung ergänzt.
Diese Vitrinen im Glasmuseum zeigen ausschließlich Vasen und Lampenschirme des Designs Arsall, wie sie vor rtwa 100 Jahren in den Vereinigten Lausitzer Glaswerken in Weißwasser handgefertigt wurden.
Familie Paschke aus Großdubrau ist begeistert von der Ausstellung
Fotos: G. Nitsche