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Jüdischer Friedhof in Weißwasser wird am 1. September geweiht

Von MARTINA ALBERT


Fast 30 Jahre hat der Jüdische Friedhof in Weißwasser auf seine Wiedererweckung gewartet, 1982 war er eingeebnet, der Bereich umgestaltet worden. In jahrelanger Kleinarbeit hat die Denkmalkommission der Stadt an seiner Rekonstruktion gearbeitet. Am 1. September wird der Friedhof nun offiziell eingeweiht und durch den Landesrabbiner zur Grabstätte geweiht.

Wie viele Stunden ehrenamtliche Arbeit in das Projekt geflossen sind, kann Günter Segger, Vorsitzender der Denkmalkommission Weißwasser nicht beziffern. »Es waren in jedem Fall sehr, sehr viele«, sagt er. Doch es hat sich gelohnt. Nach jahrelanger Arbeit steht nun mit der Einweihung des Jüdischen Friedhofs das größte Projekt des fünfteiligen Gedenkpfades in Weißwasser vor dem Abschluss. »Wir sind stolz und zufrieden«, so Günter Segger. Denn bis zur nun bevorstehenden Einweihung war es kein einfacher - und zudem ein langer Weg, wie Segger erklärt. Im Jahr 2000 hatte Heimathistoriker Werner Schubert die Idee, den jüdischen Friedhof wiederzubeleben erstmals in den Raum gestellt. 2003 bekannte sich die frischgegründete Denkmalkommission der Stadt schließlich zu dem Ziel, die ehemalige Begräbnisstätte wieder kenntlich zu machen.

Doch das Projekt blieb kompliziert: Unter anderem war es schwierig, die genaue Lage der jüdischen Begräbnisstätte zu lokalisieren. Im Detail gelang das erst 2007 der damaligen Landau-Gymnasiastin Susann Schmiedgen. Sie schrieb ihre Belegarbeit über die Geschichte des Jüdischen Friedhofs, durchforstete alte Unterlagen - und war erfolgreich. Vergangenes Jahr konnte das Areal schließlich eingezäunt werden, mittlerweile ist auch noch die Grabstelle einer weiteren jüdischen Familie in der Nähe lokalisiert worden.

Neben einer Informationstafel wird am Jüdischen Friedhof auch ein Grabstein gesetzt. Er trägt 13 Namen. Darunter auch den von Weißwassers Ehrenbürger Joseph Schweig, der das Gelände für die Begräbnisstätte 1903 gekauft hatte. Ebenfalls auf dem Grabstein finden sich die Namen von drei ungarischen Frauen, die 1944 und 1945 im Arbeitslager in Weißwasser ums Leben kamen.

Wie sehr das Projekt Jüdischer Friedhof nach außen wirkt, zeigt die Liste der Gäste für den 1. September. Neben Landesrabbiner Dr. Salomon Almekias-Siegl ist Dr. Peter Fischer vom Zentralrat der Juden sowie eine Vertreterin der Jüdischen Gemeinde Dresden zu Gast. Günter Segger hofft nun, dass möglichst viele Weißwasseraner an der Einweihung teilnehmen, um der Feier einen würdigen Rahmen zu geben.

Zum Thema:

Alle Weißwasseraner sind zur Einweihung und Weihung des Jüdischen Friedhofsareals in Weißwasser eingeladen. Männer werden gebeten, eine Kopfbedeckung zu tragen, so Günter Segger. Die Festveranstaltung beginnt am 1. September um 11 Uhr auf der Freifläche vor dem Jüdischen Friedhof. Dieser befindet sich im südöstlichen Teil des Friedhofsgeländes.


Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, vom 28.08.2010


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E-Mail: info@glasmuseum-weisswasser.de
Aktualisierung: 30.08.2010


 

Der Vorsitzende der Denkmalkommission Günter Segger zeigt die Stelle, wo der Grabstein stehen wird. Im kleinen Bild ist das Jüdische Friedhofsareal zu sehen.
 Fotos: M. Albert