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Tschechisches Studioglas. Aufbruch in die Gegenwart
 


Das Museum Baruther Glashütte zeigt vom 3. Oktober (Eröffnung 15 Uhr) bis zum 19. November 2017 die Ausstellung „Tschechisches Studioglas. Aufbruch in die Gegenwart“. Die facettenreiche Präsentation als Auftakt der Reihe „Einblick in die Sammlung“ lenkt den Blick auf die bewegte Ära der späten 1980er und frühen 1990er Jahre mit einer konzentrierten Auswahl aus der Dauerleihgabe Sammlung Veda. Im Zentrum stehen Arbeiten von elf tschechischen Glasdesignern, die aufgrund ihrer Ausbildung an einer spezialisierten Glasfachschule und zum Teil an der Prager Kunstgewerbehochschule auf eine kaum zu überblickende Vielfalt von Gestaltungsmöglichkeiten zugreifen konnten. Mit einem breiten Spektrum anspruchsvoller Fertigungstechniken und Veredelungsverfahren illustrieren die Exponate die zeitgenössische Interpretation handwerklicher Traditionen in unserem Nachbarland. Dort ist das Glasmachen wichtiger Bestandteil des nationalen Kulturerbes. Es überdauerte erfolgreich die wirtschaftlichen, politischen und sozialen Brüche von der industriellen Revolution bis zur Gründung eines unabhängigen Staates, die deutsche Annexion und das kommunistische Regime.

Die Grundlagen für die Wettbewerbsfähigkeit der Gläser aus den böhmischen Ländern lagen aber nicht im professionalisierten Handwerk allein begründet. Entscheidend zu ihrem Renommee trug die beharrliche Suche nach Originalität und Unterscheidbarkeit eines eigenständigen künstlerischen Ausdrucks bei. Im Zuge der von Gorbačev eingeleiteten Reformen Perestroika und Glasnost eröffneten sich ab 1985 neue Ausstellungschancen für tschechische Glasgestalter, die sich nun verstärkt dem freien Arbeiten mit dem Werkstoff Glas zuwandten. Diese kreative Aufbruchsstimmung gewann durch den politischen Systemwechsel der Samtenen Revolution an Dynamik, obgleich sich die Studioglaskünstler nun im allgegenwärtigen kommerziellen Markt mit seinem globalisierten Wettbewerb und gegen den neuen Zeitgeist in der Tschechischen Republik behaupten mussten, der zunächst alles ablehnte oder zumindest infrage stellte, was mit dem Kunstschaffen im überkommenen Regime in Verbindung stand. Doch auch im europäischen Ausland gestaltete sich der Markt für tschechisches Glasdesign als schwierig. Die Sammlerin Vera Veda führte zu Beginn der 1990er Jahre die Glasgalerie „Veron“ in der Nähe von Dordrecht, übersiedelte dann aber nach Vetschau, wo sie noch für wenige Jahre die „Glasgalerie am Markt“ zu etablieren suchte.

Kuratorin: Dr. Verena Wasmuth

Koordination: Dr. Georg Goes

Vortrag von Verena Wasmuth und Begleitprogramm im Glasstudio mit dem Gast Daniel Štěpánek am 15. Oktober, 10:00-17:00 Uhr
 

Quelle: Glashütte Baruth, 28.09.2017


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Aktualisierung:
24.09.2017