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Vielfalt der Perlen im Glasmuseum
Sonderausstellung "Zerbrechliche Träume" in Weißwasser beeindruckt zahlreiche Besucher

VON DANIEL PREIKSCHAT


Annähernd 2000 Perlen-Exponate bekamen Besucher der Ausstellung „Zerbrechliche Träume“ am Freitagabend bei der Eröffnung im Glasmuseum in Weißwasser zu sehen. Die Perlen waren nicht nur ein Blickfang. Sie gaben auch Anlass für viele Fragen.

„Venus Violett“, „Wellentanz“, „Eiskalt und Glasklar“ – schon die Namen der Perlen-Kreationen der beiden Künstlerinnen Simone Claudia Hamm und Karen Zerna versprachen Ästhetik. Aus Sicht der meisten Betrachter genügten die Arbeiten diesem Anspruch auch.

Ralf-Siegbert Milk zum Beispiel aus Döbern, ehemals in der Glasindustrie tätig, fand „sehr schön“ und „gut gemacht“, was die beiden Künstlerinnen zustande gebracht haben. Dabei interessierten Milk die technischen Verfahren, derer sich die beiden Künstlerinnen bedienen, um ausgefallene Muster und schillernde Farben ins Glas zu arbeiten.

In diesen Gesprächen konnten die beiden Perlen-Herstellerinnen einiges voraussetzen. „Ein so fachkundiges Publikum ist mir noch nie begegnet“, sagte Simone Claudia Hamm. Besonders die männlichen Besucher zeigten sich gleichermaßen neugierig wie kompetent, mussten sich Ausdrücke wie Detemperieren oder Millefiori nicht erklären lassen.

Der ehemalige Gebrauchsglas-Designer Horst Gramß, der selbst schon im Glasmuseum ausgestellt hatte, erkannte schnell die unterschiedlichen Handschriften der Künstlerinnen. Karen Zerna setzt auf eher abstrakte Muster in erdigen Farben. Simone Claudia Hamm indes liebt es eher bunt und verspielt.

Für Buchautor Heinz Willi Richter „sind das Kunstwerke“, die er in den Vitrinen gesehen hat. Nur hat er erfahren, dass gerade die tollsten Sachen am meisten kosten. Ob er seiner Frau eines der Stücke schenken würde? „Dafür fehlt mir der Geschmack.“

Beeindruckt zeigte sich auch die Damenwelt. „Schön“ und „gekonnt“ waren oft gehörte Kommentare. Doch gab es auch kritische Stimmen. So findet die 18-jährige Sarah Vaesler aus Schleife die Colliers, Ringe, Armketten und Ohrringe zu schrill und bunt. „Ich mag es lieber dezent.“

Für 40 bis 250 Euro, so Karen Zerna seien die meisten Exponate zu haben. Für das Teuerste aber müsste der Käufer 4800 Euro hinlegen. Bei der Halskette handelt es sich um die Replikation einer phönizischen Kette, die 300 vor Christus gefertigt wurde und auf Zypern gefunden wurde, wie Karen Zerna erklärte.

Beide Künstlerinnen sprachen mit großer Ehrfurcht über die Perlen-Erzeugnisse der vergangenen Jahrhunderte. Unglaublich sei die Kunstfertigkeit etwa der Phönizier und Römer, so Simone Claudia Hamm: „Schließlich hatten die nicht die Technik, die wir heute haben.“

Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, vom  28.11.2011


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E-Mail: info@glasmuseum-weisswasser.de
Aktualisierung:
28.11.2011


 

Ausstellerin Simone Claudia Hamm im Gespräch mit dem ehemaligen Gebrauchsglas-Designer Horst Gramß. 
Foto:  D. Preikschat