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Glasmuseum in der Adventszeit
Freitag öffnen mit „Waldgeflüster“ und „Weihnachten im Erzgebirge“ neue Ausstellungen

Von Gabi Nitsche


 
Heidrun Müller und Knut Dittrich haben nach etwa drei Stunden ihr Werk vollbracht. Die Vitrinen im Glasmuseum sind mit den unterschiedlichsten Schnitzereien bestückt. Insgesamt 85 Figuren – alle handgemacht von den Hobbyschnitzern aus Werdau bei Zwickau. Sie zeigen nicht die Räuchermännchen und Bergleute, nicht die Weihnachtsengel oder Nussknacker, denen man im Dezember auf jedem Weihnachtsmarkt begegnet, sondern Unerwartetes. An dem Buckelbergwerk von Knut Dittrich kommt man einfach nicht vorbei, denn es „lebt“. Wie viele Mini-Teile er für das etwa achtzig Zentimeter hohe Werk anfertigte? Der Sachse zuckt mit den Schultern – „keine Ahnung, aber ich hab alles allein gemacht.“ Wer auch immer in so einem Bergwerk schuftete, findet sich in der „Puppenstube für Jungs“ wieder. Der Werdauer zeigt auf die Hauer, Steiger, den Schmied oder den Bergmann, der gerade an eine Schaufel gelehnt von der schweren Arbeit unter Tage kurz verschnauft. Sogar an einen Berggeist hat Knut Dittrich gedacht, und man kann ihn erkennen, wenn das Bergwerk und die Männel in Betrieb sind, verrät er. Selbst die Schindeln für das traditionelle Huthaus sind den geschickten Händen des 67-Jährigen zu verdanken.

Dass dieser und Mitstreiter aus dem Freizeit- und Kreativzentrum Werdau in Weißwasser ausstellen, sei einer Kollegin aus der Stadtbibliothek zu verdanken, die mit Knut Dittrich verwandt ist. Den Anstoß dafür hat Sylvia Buder von der Stadtverwaltung gegeben, sagt Museumsleiterin Elvira Rauch. „Ich bin so dankbar, denn uns sind mehrere Themen für die Adventszeit weggebrochen, dass ich schon alle Fälle davonschwimmen sah.“ „Es war nur schwer, Typisches für die Weihnachtszeit zu bekommen, denn das wollen sie jetzt alle selbst zuhause haben“, berichtet Schnitzer-Kollegin Heidrun Müller. Einmal in jeder Woche treffen sich die beiden mit den gleichgesinnten Egon Weigel, Klaus-Dieter Marohn, Wilfried Knoll und Fridolin Zeep „zum Schnitzen, Schwatzen und gesellig sein“, berichtet sie lachend.

Geradezu magisch zieht den Besucher auch der 1,20 Meter breite und siebzig Zentimeter hohe Schwibbogen an, der mit zwei Ansichten überrascht, so Elvira Rauch. „Mei Hamit is mei Arzgebirg“ steht unter der Seifener Winterlandschaft, und die andere Seite zeigt ein Bergwerk. Ebenfalls ein Kunstwerk von Hobbyschnitzer Knut Dittrich. Ein Jahr hat er daran gearbeitet und sich sehr um Detailtreue bemüht. Dass er auf einen Engel nicht verzichten wollte, hängt mit der Geschichte des Erzgebirges zusammen. „In Annaberg-Buchholz soll ein Engel dem Herrn Knappe gezeigt haben, wo Erz liegt. Seither gibt es die Knappen.“ In der Mitte des Bogens ist eine Mettenschicht von ihm nachempfunden worden. In dieser gab es einst am Heiligabend Bier, Wurst und Brot für die Bergleute.

Die Werdauer Arbeiten sind alles Unikate, die man nirgendwo zu kaufen und selten zu sehen bekommt. Das Glasmuseum Weißwasser zählt zu den wenigen Ausnahmen. „Wir freuen uns, dass wir diese Kunstwerke bis Ende Januar zeigen können“, ist Elvira Rauch happy. Das treffe ebenso auf die zweite Ausstellung zu. „Waldgeflüster“ zeigt bis Ende Februar Arbeiten von Klaus-Dieter Schlammer aus Weißwasser.

Für die Kinder bietet das Glasmuseum wieder Vorlesestunden an. Die Museumsleiterin freut sich auf diese besinnliche Zeit mit den Jüngsten. Die bis zu siebenjährigen Kinder zahlen keinen Eintritt, wenn sie in die Geheimnisse der Waldgeister eintauchen und ihr Geflüster hören.

Ausstellungseröffnung: Freitag, 18 Uhr, Termine für Leserstunden unter Tel. 03576 204000.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, vom 29.11.2017


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Aktualisierung:
29.11.2017


 

Dieser Schwibbogen aus Werdau im Erzgebirge ist in der neuen Weihnachtsausstellung im Glasmuseum Weißwasser zu sehen. Leiterin Elvira Rauch freut sich über die Exponate. Die Ausstellung wird Freitag um 18 Uhr eröffnet.
Fotos: G. Nitsche
Knut Dittrich und andere Erzgebirgler stellen im Glasmuseum aus.
Eine von 85 Hobbyarbeiten: das Buckelbergwerk von Knut Dittrich.