Lausitzer Glas? Glas aus Weißwasser?
G
lasmuseum Weißwasser !

Museum

Service

Mitgliederbereich


Geschichte als Insolvenzmasse
 


 

Die Heimatfreunde Döbern wollen das Glasmuseum der Lausitzer Glashütte übernehmen. Eine entsprechende Bitte an den Verwalter des insolventen Betriebes bestätigt die Vorsitzende der Döberner Heimatfreunde, Heike Balzer. Die Heimatfreunde befürchteten, dass sonst eine wichtige Sammlung zur Wirtschaftsgeschichte der einstigen Glasmacherstadt Döbern verloren gehen könnten.

Eine Art Dauerleihgabe hält Heiner Rubarth, der Vertreter des Insolvenzverwalters, durchaus für möglich. Falls sich noch ein Interessent für den Betrieb finde, könne das Museum vielleicht sogar am jetzigen Standort weitergeführt werden, deutet Rubarth eine Variante an, die beste Voraussetzungen bieten würde.

Das Glasmuseum war vor drei Jahren im Zusammenhang mit der Modernisierung der Glashütte konzipiert und eröffnet worden. Es bietet in einem größeren Nebenraum des Werksverkaufes einen Einblick in das Glasmacherhandwerk und die Produkte, die in der 140-jährigen Döberner Glasmachergeschichte entstanden sind. "Im Aufbau und der Zusammenstellung ist es eigentlich perfekt", so Heike Balzer. Die Ausstellung am jetzigen Ort zu belassen, wäre auch räumlich das Beste.

Denn der aus 33 Mitgliedern bestehende rührige Heimatverein hätte derzeit keine vergleichbaren Räume. Er betreut die Heimatstube der Kleinstadt, die zusammen mit der Bibliothek im ältesten Haus Döberns untergebracht ist. Doch bereits jetzt herrscht dort eher Platzmangel. Die Heimatstube ist in einem Raum im Erdgeschoss untergebracht, der Fundus befindet sich größtenteils unter dem Dach.

Aus Anlass des Glaswerk-Jubiläums – die Hütte war im Oktober vor 40 Jahren in Betrieb genommen worden – soll in der Heimatstube zum Stadtfest im Juni eine neue Ausstellung zur Geschichte des Werks in der Ringstraße zusammengestellt werden. Dort könnten einige Exponate des Glasmuseums und aus dem Vereinsfundus gezeigt werden, würden aber auch noch weitere private Leihgaben wie Postkarten, alte Gläser und Kataloge gesucht, so Heike Balzer. Doch auf Dauer könne derzeit kein Glasmuseum in dem städtischen Haus untergebracht werden.

Gegebenenfalls müsse sich die Stadt noch einmal die Frage stellen, ob die Bibliothek nicht dort am besten aufgehoben wäre, wo mehr als die Hälfte ihrer Nutzer sich ständig aufhielten, räumt der Amtsdirektor für Döbern-Land, Günter Quander, auf RUNDSCHAU-Nachfrage nach möglicher kommunaler Unterstützung ein. Wenn es um eine Zwischenlagerung gehe, habe das Amt sicherlich Möglichkeiten, eine Dauerlösung könne derzeit aber nicht angeboten werden.

Am besten komme das Glasmuseum ohnehin dort zur Geltung, wo es jetzt ist: in der Glashütte, so Quander.

Dort wird weiter nach Interessenten für die Immobilie des insolventen Unternehmens gesucht, das seine Bestände noch im Laden des Werksverkaufs veräußert. Möglicherweise würde ein neuer Besitzer Entgegenkommen zeigen, deutet Heiner Rubarth, der Vertreter des Insolvenzverwalters vor Ort, eine Perspektive fürs Glasmuseum an. Aber damit neue Hoffnung fürs Werk schüren will er nicht.

Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Cottbus, vom 02.12.2008


© Förderverein Glasmuseum Weißwasser e.V.
E-Mail: info@glasmuseum-weisswasser.de
Aktualisierung: 29.12.2008