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Geschichte(n) aus Holz uralter Bäume

Von
Gabi Nitsche
 


Am Wochenende finden die Europäischen Tage des Kunsthandwerks statt. Auch Thomas Schwarz lädt in sein Holzatelier in Schleife ein.
Geschichte(n) aus Holz uralter Bäume

Für Thomas Schwarz ist ein Tag des offenen Ateliers im Frühjahr bisher ungewöhnlich. Bisher hat sich der Schleifer Holzkünstler auf den Spätherbst fokussiert. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel. "Die Europäischen Tage des Kunsthandwerks laufen über die Handwerkskammer in Dresden. Als die Anfrage kam, hab ich sofort Ja gesagt." Schwarz freut sich auf viele interessierte Besucher am Samstag und Sonntag, die er gern durch sein Atelier führt und mit Geschichten der uralten Bäume begeistern will, aus denen er Kunstwerke schafft. "Wandbilder aus exotischen Hölzern, Skulpturen, die mit dem Licht spielen und der Duft Hunderter verschiedener Hölzer sind zu erleben", macht Thomas Schwarz "Appetit". Wer seinen Hunger auf Kunst stillen möchte, der kann auch etliche Arbeiten bewundern, an denen Schwarz in den Wintermonaten gearbeitet hat. "Ich hab viel fertig bekommen aus den letzten zwei, drei Jahren." Dazu gehören zum Beispiel einige Skulpturen, die jetzt von innen leuchten und das Holz anstrahlen. Es sind hohle Bäume – eine Kirsche und ein Apfelbaum – mit einer Innenbeleuchtung.

Aber auch verschiedene kleine exklusive Geschichten will er gern zeigen wie den "Baum des Lebens" aus der Maserknolle eines Roten Eukalyptus oder "Melodie", wie er eine notenähnliche Form aus geriegelter Thüringer Esche nennt.

Es sei nicht so, dass er anfängt, ein Holz zu bearbeiten und Tage später ist das Werk vollbracht. Wer das annimmt, irrt. So ein Kunstwerk muss reifen. Vor allem das Holz an sich. "Manchmal habe ich die grobe Form fertig, dann muss es abtrocknen, bevor die Endfertigung folgen kann, ich das Holz einöle und der Form oder Figur den letzten Schliff verleihe", erklärt Thomas Schwarz.

Der Holzkünstler will mit alten Fotos die Geschichte der jeweiligen Bäume, aus deren edlen Hölzern er seine Skulpturen schafft, für die Besucher erlebbar machen. Diese Idee setzte Frank Stein um, ein weiterer vielfältiger Künstler aus Schleife. So ist auf diesen Bildern unter anderem eine 1000-jährige Eiche aus dem Teutoburger Wald zu sehen, und dazu stellt Schwarz daraus geschaffene Skulpturen. "Das alte Holz strahlt eine besondere Kraft aus. Jeder Besucher kann alles hier berühren und raue und veredelte Bereiche fühlen und ertasten."

Auf einem anderen Foto ist das ehemalige Jagdschloss des Fürsten Pückler, das dem Tagebau Nochten weichen musste, zu sehen mit einer über 200 Jahre alten Eiche. "Es war die einzige dort im Areal", weiß Schwarz. Aus der Eichenkrone hat der Schleifer schon so manche große Skulptur geschaffen. Einige davon kann man im Atelier, die übergroßen im Skulpturengarten mitten in der erwachenden Schleifer Natur bewundern.

Thomas Schwarz, Spremberger Straße 45 (an S 126 in Richtung Graustein). Er lädt Samstag und Sonntag von 10 bis 17 Uhr in sein Atelier ein.

www.der-holzkünstler.de

Zum Thema:

Vom 31. März bis 2. April öffnen über 70 sächsische Kunsthandwerker – darunter Buchbinder, Glas- und Porzellanmaler, Korbmacher, Graveure, Holzspielzeugmacher oder Goldschmiede – ihre Werkstätten für Besucher. In der Region Weißwasser beteiligen sich neben dem Holzkünstler: gotthardglas-Galerie in Bad Muskau (Freitag bis Samstag 10.30 bis 18 Uhr); Keramikmalstudio Weißwasser, Straße des Friedens 7 (Freitag 13.30 bis 19, Samstag bis 18 und Sonntag 12 bis 18 Uhr); Lasermanufaktur Trebendorf, Waldweg 4 (Samstag 14 bis 18, Sonntag 10 bis 18 Uhr); Stuck'n Arts – Stuck, Restaurierung, Kunst, Jörg Tausch, Rohne, Forstweg 76 (alle drei Tage 10 bis 18 Uhr) sowie Sorbisches Kulturzentrum Schleife mit Ostereiermarkt (Samstag und Sonntag 10 bis 17 Uhr).


Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, vom 30.03.2017


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Aktualisierung:
31.03.2017