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Leben eines Weißwasseraner Ehrenbürgers ist digitalisiert

Von Sandra Tietz


 
Elisa und Tanja drehen in den nächsten Wochen einen Film in der Glasmacherstadt und arbeiten das Leben von Joseph Schweig auf.

Ferienzeit bedeutet für die Schüler eigentlich absolute Schulabstinenz. Außer für Elisa Schuster und Tanja Keitel. In den Ferien legen die beiden richtig los und arbeiten mal eben die Geschichte des Juden und Ehrenbürgers der Stadt Joseph Schweig auf. In den nächsten Tagen ziehen sie mit der Videokamera durch Weißwasser und filmen Stationen, an denen der Glasfabrikant gewirkt hat. „Eine Brücke zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft bauen“, lautet das Thema. „Unsere Geschichtslehrerin hat uns angesprochen, ob wir zu Joseph Schweig nicht etwas machen wollen“, erzählen sie. Und da in der elften Klasse am Landau Gymnasium sowieso jeder ein Projekt verwirklichen muss, war es für die beiden klar: „Das machen wir“.

Viele neue Erkenntnisse

Seit April sitzen sie jetzt schon über der Biografie von Schweig und markieren die interessantesten Lebensstationen. Und davon gebe es einige. Während den Recherchen habe zumindest Elisa wahrhafte Bewunderung für Joseph Schweig empfunden: „Es ist großartig, was er alles für Weißwasser getan hat.“

Das Rathaus, die Glasfabrikruinen und das Kriegerdenkmal sind nur einige Artefakten seines Lebens. Im Rahmen ihrer Projektarbeit haben die beiden noch viel vor: Video drehen, dokumentieren, Film schneiden und Kommentare einsprechen. Und dabei verbinden sie Arbeit mit Hobby. Denn seit einigen Jahren lernen sie das Handwerk des Filmemachens in der Video AG des Gymnasiums.

Große Unterstützung

Unterstützung erhalten die beiden Gymnasiasten vom Verein Zukunft gestalten ohne zu vergessen, der auch Träger des Projektes ist, und von Werner Schubert, ehemaliger Ortschronisten von Weißwasser. In seinem Keller wollen er und die jungen Frauen in den nächsten Tagen alte Dokumente wälzen. Der Keller – die Quelle mit der Schubert auch Daten für die Biografie Schuberts zusammentrug – eine mögliche Fundgrube für die Mädchen.

Im Kasten soll dann bald eine Dokumentation von 15 bis 20 Minuten sein. Als Gastgeschenk für Weißwasser-Besucher, Lehrmaterial im Schulunterricht und Wissensquelle des Vereins soll die DVD dienen, stellt sich Gudrun Albrecht, Vorsitzende des Vereins Zukunft gestalten ohne zu vergessen, vor. Aussichten auf überregionale Anerkennung haben die beiden Mädchen mit der Dokumentation. Sie haben sich beworben beim Wettbewerb „Zeitensprünge“ initiiert von der Stiftung demokratische Jugend.

Im November stellen Elisa und Tanja ihre Arbeit im Landtag vor. Und auch für die Schule müssen sie schriftlich dokumentieren, was genau ein Joseph Schweig denn so bedeutsam für die Stadt macht. Die 16- und 17-Jährigen sind motiviert und gespannt auf das Ergebnis.

Quelle: Sächsische Zeitung, Ausgabe Weißwasser, vom 30.07.2008


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Aktualisierung: 31.07.2008


 

Elisa Schuster und Tanja Keitel drehen einen Film über Schweig.
Foto: S. Tietz