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Naschen ist ausdrücklich erlaubt
Ausstellung "Süße Oberlausitz" lockt ins Glasmuseum Weißwasser / Nächstes Pralinenseminar am 12. Dezember

VON Torsten Richter-Zippack


"Süße Oberlausitz" lautet der Titel der neuen Ausstellung im Weißwasseraner Glasmuseum. Besucher können dort die Vielfalt heimischer Süßigkeiten genießen. Schokolade, Pfefferkuchen, Kekse, Bonbons gibt's nicht nur zum Anschauen, sondern zum Hineinbeißen.

Was erwarten Besucher von einem Glasmuseum? Süßigkeiten wahrscheinlich eher nicht. Anders dagegen in Weißwasser: Dort dreht sich seit Ende November alles um Schokolade, Pfefferkuchen, Kekse, Bonbons und Eis. Präsentiert werden verschiedenste Leckereien, die eines gemeinsam haben: Sie wurden allesamt in der Oberlausitz produziert.

Und was das ausgerechnet mit Weißwasser zu tun hat? Ganz einfach: Die dortige Glasindustrie stellte die entsprechenden Gefäße her, nämlich Bonbondosen. Diese bilden übrigens auch die Verbindung zwischen dem Museum und dem Schlesisch-Oberlausitzer Museumsverbund, dem Organisator der Ausstellung. "Für unsere erste süße Ausstellung auf Schloss Krobnitz suchten wir Bonbongläser", erinnert sich Kuratorin Anja Köhler. "Und in Weißwasser wurden wir fündig." Kein Wunder, dass schnell ein gemeinsamer Draht gefunden war. So habe das Thema der Weihnachtsausstellung 2015 beizeiten festgestanden.

"Süße Oberlausitz" präsentiert die ganze Breite der Süßwarenindustrie in der namensgebenden Landschaft. Erzählt wird die Geschichte und Gegenwart von fünf ausgewählten Betrieben, von denen vier bis heute produzieren. Beispielsweise die Kathleen Schokoladenbetrieb GmbH in Niederoderwitz. Zu DDR-Zeiten als "VEB Süßwarenfabrik Bergland" wurden dort sämtliche Schokoladen-Hohlkörper des Landes hergestellt. Noch heute stammen viele Schoko-Weihnachtsmänner und Osterhasen aus diesem Traditionsbetrieb. Begonnen hatte das Unternehmen im Jahr 1911 kurioserweise als "Chemische Werke GmbH".

Zum Naschen
Erst anderthalb Jahrzehnte später entstand die "Kosa Schokoladenfabrik Rolle K. G." Heute gehört der Betrieb zur fränkischen Riegelein Confiserie. Dieses Unternehmen sorgt gleichzeitig für den wohl schönsten Teil der neuen Ausstellung. "30 Kilogramm Schokolade wurden gesponsert", sagt Anja Köhler. Diese können gleich im Museum verkostet werden. Ein weiterer Teil werde für die insgesamt vier Pralinenseminare benötigt. Das nächste finde am 12. Dezember statt. Wer noch teilnehmen will, sollte sich beeilen. Es gibt nur noch Restplätze.

Süße Geheimnisse
Darüber hinaus lüftet die "Süße Oberlausitz" so manches Geheimnis. Beispielsweise, dass Zwieback zu den Süßigkeiten zählt. Es ist eine Dauerbackware. Bis heute produziert die Neukircher Zwieback GmbH, ehemals Firma Hultsch, am Fuße des Valtenberges die gefragte Spezialität. Der Name "Komet" steht dagegen für Eis und Eierkuchen. Die Großpostwitzer, so ist in der Ausstellung zu erfahren, begannen einst als Nudelfabrikanten. Der Enkel des Firmengründers habe dann keine Lust mehr auf Nudeln verspürt, dafür umso mehr auf Eis. Und bei den Eierkuchen gelte "Komet" inzwischen als Deutschlands Marktführer.

Was wäre die Oberlausitz ohne ihre Pfefferkuchen? Bereits im Jahr 1558 begannen die Pulsnitzer, dieses Gebäck herzustellen, das allerdings bis zum heutigen Tage nicht eine Spur von Pfeffer enthält. "Früher wurden alle Gewürze als Pfeffer bezeichnet", erklärt Anja Köhler. Übrigens müsse der entsprechende Teig vor der Verarbeitung zwischen drei Monaten und einem Jahr gelagert werden. Daher könnten Pfefferkuchen nicht verderben. Der beste Beweis: Die Exemplare am Weihnachtsbaum im Glasmuseum stammen vom Vorjahr, sehen aber richtig knackig aus.

Drei kleine Filme, die die Besucher in die Herstellung der Süßwaren entführen, runden die Sonderausstellung ab. Dabei nehmen unter anderem die zu DDR-Zeiten aus dem Fernsehen bekannten Figuren "Jan und Tini" die Gäste mit auf eine Reise zu den Pfefferküchlern. Die Schau kann bis zum 9. Februar besichtigt werden.

Das Glasmuseum ist täglich bis auf freitags geöffnet, mit Ausnahme vom 24. und 31. Dezember. Und, ganz wichtig: "Naschen ist ausdrücklich erlaubt", stellt Museumsleiterin Elvira Rauch klar.

Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, vom 30.11.2015


© Förderverein Glasmuseum Weißwasser e.V.
E-Mail: info@glasmuseum-weisswasser.de
Aktualisierung: 30.11..2015


 

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Foto: T. Richter-Zippack