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Lebendiger Adventskalender für Weißwasser
Trotz Corona wird jeden Tag ein Türchen geöffnet. Virtuell, doch mit Kultur, Geschichte(n), Gewinnspiel und mehr.

Von SABINE LARBIG


Er lebt noch, oder wieder, der „Lebendige Adventskalender“, bei dem vom 1. bis 24. Dezember täglich an einem anderen Ort der Stadt ein symbolisches Kalenderfenster geöffnet wird. Die Tradition, bei der Weißwasser einst regionaler Vorreiter war und viele Nachahmer fand, wird neu belebt. Durch Corona virtuell und digital.

Vorbereitung mit Hindernissen

Im August trafen sich interessierte Mitstreiter wie Vereine, Soziales Netzwerk Lausitz, Landtagsabgeordnete Antonia Mertsching (Linke), City-Manager Frank Lublow, Kirchenvertreter, Station Junger Naturforscher und Techniker, Kulturschaffende und engagierte Bürger erstmals, um Inhalte, Organisation und Umsetzung zu besprechen. „Wir haben einen Fahrplan aufgestellt. Doch durch Corona kam alles anders, fielen Klassiker wie Weihnachtsmarkt und Veranstaltungen weg, mussten wir umdenken“, erzählt City-Manager Frank Lublow.

Letztlich entstand in Zusammenarbeit mit der Hafenstube Telux eine Idee, die trotzdem Lust und Vorfreude auf die Feiertage machen, Weihnachtsstimmung verbreiten und Kultur zu den Menschen bringen soll. Ziel des virtuellen Adventskalenders ist es zudem, die vielfältige Weißwasseraner Kulturlandschaft, zumindest in Teilen, abzubilden, Kulturschaffenden eine Bühne zu geben, kleine „Appetithäppchen“ einzustreuen. Und: Am Nikolaus-Tag können sich Türöffner auf ein Special und am 24. Dezember auf ein „großes Finale“ freuen.

Aufgenommen wurden für den „lebendigen Adventskalender“ kleine Video-Clips mit Einzelpersonen an 24 markanten Orten der Stadt und Region. Planung, Produktion und Umsetzung der Beiträge übernahmen Anne-Sophie Hußler aus dem Projekt „Medienstube“ der Hafenstube und Patrick Pirl. „Einen großen Teil unserer Arbeit nahm das Rausfinden und Ansprechen von Akteuren aus Musik oder Literatur ein. Dann kamen die Videodrehs, manchmal mehrere an einem Tag, da wir erst Anfang November starten konnten. Doch alle Mitwirkenden waren mit Herzblut dabei und es hat auch viel Spaß gemacht“, erzählt Patrick Pirl. Nach den Aufnahmen ging es an Video- und Tonschnitt, Layouts und Informationen zu den Clips. „Hier war es toll, dass wir auf die Erfahrung von Anne-Sophie zurückgreifen konnten, die Illustratorin und Grafikerin ist.“

Das Motto des Kalenders ist angelehnt an das des städtischen Weihnachtsmarktes. Und so ziehen sich Weihnachten und die Glastradition von Weißwasser als roter Faden durch den Kalender.

Innenstadthändler machen mit

„Klar haben wir das Glasmuseum eingebunden“, sagt City-Manager Frank Lublow. „Das hat sogar ein eigenes Türchen, bei dem Leiterin Christine Lehmann eine besondere Geschichte erzählt.“ Und die Chefin des Glasmuseums betreute fachlich den historischen Inhalt, der sich vielfach widerspiegelt. So ist beispielsweise ein Gewinnspiel im Kalender integriert. Teilnehmer müssen aus versteckten Fragen ein Lösungswort bilden, das – wie soll es anders sein – in Verbindung zu Weißwassers Glasgeschichte steht.

Als Anreiz zum Mitmachen winken Preise, die Einzelhändler von Weißwasser zur Verfügung stellen. „Es war uns Machern von Anfang an ein Anliegen, die städtischen Händler in den Kalender einzubeziehen, sie vorzustellen, ihre Einkaufstipps oder Weihnachtswünsche öffentlich zu machen“, begründet Lublow.

Gewinnspiel und Spendenaktion

Verknüpft ist der virtuelle Adventskalender außerdem mit einer Kunst-Kultur-Spendenaktion. Eine Hälfte der Spenden soll in öffentliche Projekte und Veranstaltungen des Citymanagements zur Belebung der Innenstadt zu Ostern und im Advent 2021 fließen, da es keinen Geldtopf dafür gibt. Mit dem anderen Teil sollen Honorare und Gagen von Künstlern bezahlt werden, die vom Soziokulturellen Zentrum für Veranstaltungen wie Konzerte, Weihnachtsmarkt oder Maifeier gebucht waren, aber wegen Corona nicht auftreten konnten und Einnahmeausfälle haben.

Angefertigt für die Spendenaktion wurde eine Weihnachtskarten-Sonderedition mit je drei Motivkarten von Weißwasser, die in Geschäften der Stadt erhältlich sind. „Mindestens drei Euro sollten je Set drin sein. Wer es erwirbt, tut sich, der Stadt und den Bürgern was Gutes“, appelliert City-Manager Frank Lublow. Aufgelegt wurden 500 Sets, die es – wie den Adventskalender – ab 1. Dezember gibt. „Wir wissen, dass der Kalender nicht perfekt ist. Doch es ist ein zarter Versuch, trotz aller Widrigkeiten viele Menschen zu verbinden, Herzlichkeit und Verbundenheit auszustrahlen. Schon das ist ein Gewinn für Weißwasser“, meint Frank Lublow, der wie alle Akteure auf viele neugierige Türöffner und Spender hofft.

Adventskalender: Facebook /Stadtwerkstube, Medienstube und Hafenstube) sowie weisswasser.de.


Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, vom 30. November 2020


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Aktualisierung:
30.11.2020