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Bärenhütte bleibt weiter Brachfläche
Eigentümer investiert nicht in Grundstück / Kreativgemeinschaft legt Grünstreifen an

VON Daniel Preikschat
 



Für das 80 000 Quadratmeter große Bärenhütte-Areal in Weißwasser zeichnet sich noch immer keine Nutzung ab. Der Eigentümer lässt die Fläche weder auf Altlasten untersuchen noch vollständig beräumen. Immerhin wird sie nun an den Rändern bepflanzt.

Für Manfred Schäfer aus Weißwasser war es ein kleines Hoffnungszeichen. Schon seit Mai, schreibt er der RUNDSCHAU, beobachte er auf dem Gelände der ehemaligen Bärenhütte "Menschen bei der Habitatpflege". Mit Schubkarre und Schaufel hätten sie Mutterboden ausgebreitet. Offenbar, um der Natur Hilfestellung zu geben.

Schäfer hat Mitarbeiter der Kreativgemeinschaft Lausitz (KGL) bei der Arbeit gesehen. Bis Herbst, so KGL-Vorsitzender Stefan Henker, legen Kollegen einen Grünstreifen am Rand der Fläche an. Etwa 25 Meter tief soll das Gras in die Brache hineinreichen, damit Anwohner im Neuteichweg und im Gablenzer Weg weniger von Staub belästigt werden als bislang. Das sei mit der Stadt so abgesprochen. "Wir kommen dabei nicht in den kontaminierten Bereich, der ja weiter innen liegt, wo die Gebäude standen", erklärt Stefan Henker.

Der kontaminierte Innenbereich mit den Fundamentresten, so Stadtentwickler Thorsten Rennhak, mache derzeit jede Nutzung unmöglich. Nicht einmal Fotovoltaik-Anlagen ließen sich auf das Grundstück stellen. Geschweige denn, dass hier ein Wohngebiet entstehen könnte, wofür das Grundstück aufgrund seiner Größe und Lage ideal geeignet wäre. Darauf wurde zuletzt in einer kooperativen Planungswerkstatt mit Experten-Teams im März in Weißwasser nochmals hingewiesen.

Der Eigentümer, ein Unternehmen aus Bulgarien, sei offenbar nicht bereit, das Erdreich auf Altlasten untersuchen und es gegebenenfalls beräumen zu lassen, so Rennhak. Solange das so bleibt, würden sich vermutlich auch keine Käufer finden, die auf dem Grundstück bauen wollen. Die Stadt habe schon verschiedentlich Interessenten, die Flächen für Fotovoltaik-Anlagen suchen, an den Grundstücksverwalter verwiesen. Es sei aber nie zum Kauf gekommen. Für Rennhak wenig überraschend. Erst nach einer Baugrunduntersuchung würde sich für das Grundstück ein realistischer Wert ergeben.

Die Option, dass die Stadt das Grundstück kaufen könnte, sieht der Rathaus-Mitarbeiter derzeit nicht. Gerade erst habe man für 150 000 Euro die alte Ingenieurschule gekauft. Hinzu kommt, dass die Stadt eher am Bahnhofsgebäude interessiert ist.

Zum Thema:
1997 ging die Bärenhütte in Insolvenz. 2001 wurden Gebäude und Produktionsanlage verkauft, da sich kein Interessent, der dort weiter Glas herstellen wollte. Eine Baumanagement GmbH in Dresden riss 2006 die Gebäude ab, um den Stahl zu verwerten. Mit nicht kontaminierten Schutt wurde die Schadstoff-Deponie Philippine in Weißwasser verfüllt. Die Dresdner verkauften das Areal danach an eine bulgarische Firma.

Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, vom 31.07.2013


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Aktualisierung: 08.08.2013


 

Bärenhütte bleibt weiter Brachfläche Die Strabag lagert derzeit am Rand der Brache Baumaterial.
Foto: D. Preikschat